Jahresbericht 2005

Liebe Mitglieder und Freunde des Archäologischen Clubs Basel

Es freut uns, dass wir Ihnen auch dieses Jahr einen Jahresbericht überreichen dürfen. Wir blicken auf ein sehr ereignis- und abwechslungsreiches Clubjahr zurück. Dies unterstreichen unsere kurzen Berichte zu den einzelnen Veranstaltungen. Daneben möchten wir Sie aber auch über unsere Jahresrechnung und die Mitgliederstatistik informieren.

 

Bei den Aktivitäten des vergangenen Jahres hat sich gezeigt, dass erfreulicherweise nicht nur die Mitgliederzahlen weiter gestiegen sind, sondern auch der Kreis der aktiven TeilnehmerInnen. Wir sind uns bewusst, dass das Angebot an archäologischen Vorträgen und Ausstellungen in Basel sehr gross ist. Trotzdem hoffen wir mit unseren speziellen Veranstaltungen ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Gerade die lockere Atmosphäre soll dazu beitragen, dass Archäologie-Studierende im Rahmen des Archäologischen Clubs Ihre Kenntnisse an KollegInnen und Interessierte weitergeben können.

Unsere Veranstaltungen benötigen jedoch nicht nur ein treues Publikum, sondern eben auch ReferentInnen, die sich mit ihrem Beitrag aktiv für den Club engagieren. Nur so ist es uns jeweils möglich ein neues Programm zusammenzustellen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen früheren und auch zukünftigen ReferentInnen.

Danken möchten wir aber auch Ihnen, liebe Mitglieder und Freunde, für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen. Wir freuen uns sehr Sie auch in Zukunft zu unseren treuen Mitgliedern und TeilnehmerInnen an Club-Anlässen zählen zu dürfen.

(S. Straumann)

Protokoll der Jahresversammlung vom 11. Februar 2005

1. Wahl des Präsidenten und des Vorstands 
Sven Straumann wurde ohne Gegenstimme als Präsident bestätigt. Der übrige Vorstand bestehend aus Julia Bossart, Jonas Kissling und Jan Meister wurde ebenfalls für eine weitere Amtszeit bestätigt.

2. Wahl eines Mitglieds für den Stiftungsrat der Basler Stiftung für Klassische Archäologie. 
Die Vollversammlung hat auf Vorschlag des Vorstands hin beschlossen, der Stiftung Herrn André Barmasse als Stiftungsrat vorzuschlagen.

3. Wahl eines Rechnungsprüfers 
Die Vollversammlung wählte auf Vorschlag des Vorstands hin Frau Ursina Berther als Rechnungsprüferin für das Vereinsjahr 2005.

4. Genehmigung der Jahresrechnung und der Überweisung von Fr. 4000.– an die Basler Stiftung für Klassische Archäologie. 
Die Jahresrechnung wurde genehmigt. Der Verein verfügt über ein Vermögen von Fr. 8025.35 (Stand 31.12.2004). Hiervon sind rund Fr. 1000.– für die Kosten des laufenden Vereinsjahres budgetiert, weitere Fr. 4000.– werden an die Basler Stiftung für Klassische Archäologie überwiesen.

5. Genehmigung des Jahresberichts 2004 
Der Jahresbericht des Vorstands wurde von der Vollversammlung genehmigt. Für das kommende Semester wurde eine Exkursion nach Augst, Führungen im Antikenmuseum sowie Vorträge der LizentiandInnen in Aussicht gestellt.

6. Varia 
Keine.

(J. Meister; Basel, 15. Februar 2005)

Rückblick auf unsere Veranstaltungen 2005/2006

Rahmenprogramm zur Jahresversammlung: «Wahl von Miss und Mister Skulpturhalle»

11. Februar 2005

Vor dem offiziellen Teil der Jahresversammlung wurde, passend zum Thema der damaligen Veranstaltungsreihe, in der Skulpturhalle ein Schönheitswettbewerb durchgeführt. Gesucht wurden die schönsten und die hässlichsten männlichen und weiblichen Statuen, wobei die Anwesenden ihre Wahl jeweils unter drei Kandidaten treffen konnten. Gewonnen haben als schönste Statuen die «Eirene des Kephisodot» und der «Diskobol», als hässlichste Statuen wurden die «Trunkene Alte» und der «Apoll von Belvedere» auserkoren. (J. Bossart)

Rundgang durch das Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

23. April 2005

Rund 20 Personen besuchten am Samstagvormittag das Basler Antikenmuseum. Der angekündigte Rundgang führte durch die Vasensammlung, wo Julia Bossart, Daniele Furlan und Jan Meister in lockerer Form einige ausgewählte Stücke vorstellten. Natürlich konnten wir nur einen Bruchteil der Basler Bestände berücksichtigen – doch weitere «Rundgänge» folgen bestimmt. (J. Meister)

 

Abb. 2: Unsere Besuchergruppe folgt gebannt den Ausführungen von Daniele Furlan (Foto Reza Garosi).
Abb. 2: Unsere Besuchergruppe folgt gebannt den Ausführungen von Daniele Furlan (Foto Reza Garosi).

Gedanken und Aspekte zur römischen Ikonographie. Zum Verhältnis von Kaiserbildnissen und Privatporträts in den einzelnen Stilrichtungen (Fabian Link, Universität Basel)

28. April 2005

In seinem gut strukturierten Referat zeigte Fabian Link die Entwicklungslinien der langen und durchaus komplexen Geschichte des römischen Porträts von den republikanischen Ahnenbildnissen bis zu den spätantiken Kaiserporträts nach. Das Augenmerk legte er dabei vor allem auf den Einfluss, den die Herrscherbildnisse der Kaiserzeit auf die Privatporträts ausübten. Rund 20 Personen besuchten diese Veranstaltung. (J. Meister)

Antike Brettspiele (Christoph Carpenter, Universität Basel)

19. Mai 2005

Im ersten Teil des Abends stellte uns Christoph Carpenter die verschiedenen Brettspiele bzw. Spielbretter und ihre Fundlagen vor. Da keine Spielregeln überliefert sind, konnten die Anwesenden im folgenden experimentellen Teil mit viel Vergnügen verschiedene Regeln und Spielvarianten ausprobieren. (J. Bossart)

Die Kolossalstatue von Schapur im Kontext der Sassanidischen Skulpturen (Reza Garosi, Universität Basel)

31. Mai 2005

Auf den Spuren eines der bedeutendsten Sassanidenkönige führte uns Reza Garosi in den Nahen Osten des dritten Jahrhunderts nach Christus, wo das durch innere Wirren geschwächte römische Reich von Schapur I. mehrmals herausgefordert wurde. Etliche Reliefs, wie zum Beispiel das Felsrelief bei Bischapur, zeugen von den militärischen Erfolgen über das römische Heer und von seiner grossen Macht. Im Zentrum von Reza Garosis Referat stand die monumentale Schapurstatue aus einer Höhle nahe Bischapur, die er einerseits in den historischen Kontext stellte und zum anderen einen Überblick über die Tradition der Sassanidischen Herrscherdarstellungen gab. (J. Kissling)

 

Abb. 3: Das Basler Expeditionsteam vor der Schapurstatue (Foto Reza Garosi).
Abb. 3: Das Basler Expeditionsteam vor der Schapurstatue (Foto Reza Garosi).

«Verschenkt – Vergraben – Vergessen» – Silberschatzrundgang in Kaiseraugst. Anschliessend: Rundgang und Picknick in den Ruinen von Augusta Raurica

4. Juni 2005

Das Geschwisterpaar Attia (Mirjam Wullschleger) und Lucius (Sven Straumann) nahmen uns (ca. 20 Personen aus der Gegenwart) auf eine Zeitreise ins Jahre 352 n. Chr. mit. Wir konnten eine Alltagsszene im spätantiken Castrum Rauracense hautnah miterleben. Die «Heute-Person» Brigitte Andres stellte den Bezug zur Gegenwart her, indem sie souverän die nötigen Hintergrundinformationen lieferte.

Abb. 4: Lucius und Attia in den Ruinen des Castrum Rauracense.
Abb. 4: Lucius und Attia in den Ruinen des Castrum Rauracense.

Das Rätsel des Silberschatzes von Kaiseraugst konnte zwar nicht endgültig gelöst werden, dafür war es sehr spannend Attia und Lucius auf ihrem Rundgang zu beobachten und zu belauschen. Durch die Zwiegespräche erfuhren wir viel Aufschlussreiches über das damalige Leben und die unsichere politische Lage. (Weitere Infos zum szenischen Rundgang: www.augusta-raurica.ch

Abb. 5: Grillieren und Picknick im Amphitheater von Augusta Raurica.
Abb. 5: Grillieren und Picknick im Amphitheater von Augusta Raurica.

Anschliessend begaben wir uns, nach einem Spaziergang durch Augusta Raurica, zu einem gemütlichen Picknick ins Amphitheater. Durch die ansprechende Atmosphäre beflügelt, liessen wir bis zum Anbruch der Dunkelheit römische Bräuche wieder auferstehen. (R. Loeb)

 

Führung durch die Ausstellung „Bunte Götter“

30. Oktober 2005

Wir besuchten gemeinsam, unter der kundigen Führung von Sven Straumann, die Ausstellung «Bunte Götter» in der Skulpturhalle, wobei sich lebhafte Diskussionen entwickelten, die auch beim anschliessenden Besuch des Museumscafes fortgeführt wurden. (J. Bossart)

Abb. 6: Der prächtig bemalte Paris in der Ausstellung «Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur».
Abb. 6: Der prächtig bemalte Paris in der Ausstellung «Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur».

Die bunte Welt der etruskischen Frau (Camilla Colombi, Universität Basel)

24. November 2005

In einem spannenden Vortrag stellte uns Camilla Colombi die etruskischen Frauengräber vor, mit denen sie sich in ihrer Lizentiatsarbeit befasst hatte. Anhand der Grabbeigaben konnte sie darlegen, dass die etruskische Frau zwar eine wichtige Stellung in der Gesellschaft genoss, dass es sich dabei aber keinesfalls (wie gewisse antike Autoren suggerieren) um eine völlige Gleichstellung oder gar ein Matriarchat handelte. Rund 25 Personen liessen sich an diesem Abend von Camilla in die bunte Welt der Etrusker entführen. (J. Meister)

 

Resultate der Eretria-Grabung 2005 (Claude Léderrey, Eretria GR; Universität Lausanne/Athen)

14. Dezember 2005

Mit einem eindrücklichen und prägnanten Referat gelang es unserem Gastreferenten aus Griechenland und Basler Absolventen, Claude Léderrey, das äusserst zahlreich erschienene Publikum (36 Personen) zu fesseln. Er präsentierte uns die ersten Resultate der Grabungskampagne 2005 im Westquartier von Eretria, die unter seiner Leitung stand. Die Grabung konzentrierte sich auf die geometrischen Befunde. Ein Ziel seiner Forschungen und gleichzeitig auch Thema seiner gegenwärtigen Doktorarbeit ist der Nachweis einer geometrischen Besiedlung im Bereich des Westquartiers von Eretria (weitere Informationen zu Eretria: www.unil.ch/esag).

Abb. 7: Das Eretria-Referat von Claude Léderrey wirkte als regelrechter Publikumsmagnet.
Abb. 7: Das Eretria-Referat von Claude Léderrey wirkte als regelrechter Publikumsmagnet.

Nach dem lebendigen und sehr reich bebilderten Vortrag setzten wir die Diskussionen und Gespräche bei einem gemütlichen Apéro fort. (S. Straumann)

Abb. 8: Der Referent Claude Léderrey präsentiert sehr lebendig und redegewandt seine Grabungsresultate.
Abb. 8: Der Referent Claude Léderrey präsentiert sehr lebendig und redegewandt seine Grabungsresultate.

Führung: Skulpturen im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

21. Januar 2006

An diesem sonnigen Samstagmorgen besuchten wir in einer Gruppe von 13 Personen die Skulpturenabteilung des Antikenmuseums Basel. Jan Meister, Julia Bossart, Sven Straumann und Daniele Furlan stellten uns in ungezwungener Art und Weise eine kleine Auswahl an Ausstellungsobjekten vor, beleuchteten verschiedene Theorien (alte Frau/Priesterin) und brachten uns mit amüsanten Anekdoten (nackte Schönheit von Knidos) zum Schmunzeln. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung im nächsten Semester mit dem berühmten Medeasarkophag. (J. Kissling)

 

Jahresrechnung 2005 / Budget 2006 (Jonas Kissling)

Kontostand 1.1.2005 CHF 8025.35

Ausgaben:

Überweisung an Basler Stiftung für Klassische Archäologie CHF 4000.00

Silberschatzrundgang CHF 350.00

Druck und Porto CHF 75.80

Getränke und Essen CHF 583.80

Jahresversammlung 2005 CHF 169.10

Bankkosten (Gebühren und Spesen) CHF 125.70

Total Ausgaben CHF 5304.40

Total Einnahmen CHF 3023.35

Kontostand per 31. 12. 2005: CHF 5744.30

Trotz der höheren Ausgaben als erwartet (CHF 304.40), können wir dank der ebenfalls höheren Einnahmen (CHF 1023.35 mehr als erwartet) eine deutlich positive Bilanz ziehen. Dies erlaubt uns, auch in Zukunft wiederum einen Beitrag an die Basler Stiftung für Klassische Archäologie zu leisten.

Für das neue Vereinsjahr 2005 wird, wie letztes Jahr, ein Budget von CHF 1000.– veranschlagt.

 

Mitglieder (Jan Meister)

Der Archäologische Club Basel zählt derzeit 79 Mitglieder. Folgende 15 Personen durften wir dieses Jahr neu im Club begrüssen:

J. Baerlocher, A. Casoli, I. Corfù, N. A. Corfù, H. Furer, C. Geissmann, P. Huser, O. Jäggi, S. Lutz, W. Munoz, S. Rossow, W. Rossow, D. Sieber, N. Stephan, D. Vogel

Daneben sind insgesamt drei Austritte zu verzeichnen. Höchst bedauerlich ist hierbei der aus gesundheitlichen Gründen erfolgte Austritt von Frau Erika Friedrich-Jacobs; mit ihr verliert der Club eine seiner Stifterinnen. Wir werden das Engagement von Frau Friedrich-Jacobs in dankbarer Erinnerung behalten.

 

Ausblick (Sven Straumann)

Auch dieses Jahr sind wir wiederum bemüht ein attraktives Veranstaltungsprogramm anzubieten. Obwohl die Planung noch nicht abgeschlossen ist, können wir Ihnen an dieser Stelle bereits einen kleinen Ausblick geben.

Im kommenden Sommersemester unternehmen wir beispielsweise eine kleine Wanderexkursion zu archäologischen Fundstellen der Region Basel. Einen weiteren Bestandteil bilden sicherlich auch wieder Referate, bei denen u. a. LizentiandInnen ihre spannenden Forschungen vorstellen. Unser Programm des Wintersemesters ist geprägt von verschiedenen Sonderausstellungen, die im Herbst 2006 eröffnet werden. So z. B. die Ausstellung «Antike im Kino» in der Skulpturhalle Basel. Eine weitere Ausstellung von Studierenden des Archäologischen Seminars mit dem viel versprechenden Arbeitstitel „Pompejanisch Rot“ widmet sich dem faszinierenden Thema der Pompeji-Rezeption.

Wir werden Ihnen somit auch dieses Jahr ein abwechslungsreiches Programm präsentieren. Da wir unser Angebot aber auch der Nachfrage anpassen möchten, erhalten Sie in der Beilage einen kurzen Fragebogen. Gerne nehmen wir Ihre Anregungen und Ideen in unser Programm auf.

Wir hoffen, dass Sie sich von unserer provisorischen Programmvorschau angesprochen fühlen und freuen uns Sie auch im nächsten Semester an unseren Veranstaltungen begrüssen zu dürfen.

 

Impressum

Herausgeber: Archäologischer Club Basel 
Postadresse: c/o Archäologisches Seminar 
Schönbeinstrasse 20 
CH-4056 Basel 
E-Mail: archclubbasel-at-gmx.ch

Redaktion, Fotos und Layout: falls nicht anders angegeben Sven Straumann 
Auflage: 90 Exemplare 
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