Jahresbericht 2006

Liebe Mitglieder und Freunde des Archäologischen Clubs Basel

Es freut uns, dass wir Ihnen auch dieses Jahr einen Jahresbericht überreichen dürfen. Erneut blicken wir auf ein sehr ereignis- und abwechslungsreiches Clubjahr zurück.

Neben Vorträgen bildeten vor allem interessante Ausstellungsbesuche einen Schwerpunkt unseres Veranstaltungsprogramms. So haben sich beispielsweise die Besuche in der Dauersammlung des Antikenmuseums Basel zu einem regelmässigen Programmpunkt entwickelt. Daneben kamen wir aber auch in den Genuss von Führungen durch aktuelle Sonderausstellungen. Zum Abschluss des Sommerprogrammes 2006 begaben wir uns schliesslich auch auf eine archäologische Wanderung. Näheres zu den einzelnen Veranstaltungen entnehmen Sie den Kurzberichten in diesem Jahresbericht.

Zudem informieren wir Sie auch über unsere Jahresrechnung und die Mitgliederstatistik.

Am Ende eines erfolgreichen Club-Jahres bedanken wir uns ganz herzlich bei allen ReferentInnen und FührerInnen für Ihr Engagement und die tollen Beiträge.

Danken möchten wir aber auch Ihnen, liebe Mitglieder und Freunde, für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen. Wir freuen uns sehr Sie auch in Zukunft zu unseren treuen Mitgliedern und TeilnehmerInnen an Club-Anlässen zählen zu dürfen.

(S. Straumann)

 

Protokoll der Jahresversammlung vom 9. Februar 2006

1. Wahl des Präsidenten und des Vorstands 
Sven Straumann wurde ohne Gegenstimme als Präsident bestätigt. Julia Bossart und Jonas Kissling wurden einstimmig für eine weitere Amtszeit bestätigt. Neu wurden Rebecca Loeb und Ursina Berther ohne Gegenstimme als Nachfolgerinnen für den zurückgetretenen Sekretär Jan Meister in den Vorstand gewählt.

2. Wahl eines Rechnungsprüfers 
Die Vollversammlung wählte auf Vorschlag des Vorstands hin Jan Meister als Rechnungsprüfer für das Vereinsjahr 2006.

3. Genehmigung der Jahresrechnung 
Die Jahresrechnung wurde einstimmig genehmigt. Für das Vereinsjahr 2006 wurden rund CHF 1000.– budgetiert; eine Überweisung an die Stiftung für Klassische Archäologie ist für dieses Jahr nicht vorgesehen.

4. Genehmigung des Jahresberichts 2005 
Der Jahresbericht des Vorstands wurde von der Vollversammlung genehmigt. Für das kommende Vereinsjahr wurde der Besuch der verschiedenen Sonderausstellungen und Skulpturhalle und UB, weitere Rundgänge durch das Basler Antikenmuseum sowie eine Wanderexkursion zu «archäologischen Sensationen» in der Region Basel in Aussicht gestellt.

5. Varia 
Keine.

(J. Meister; Basel, 12. Februar 2006)

 

Rückblick auf unsere Veranstaltungen 2006/2007

Jahresversammlung mit Rahmenprogramm

9. Februar 2006

Nach dem offiziellen Teil der Jahresversammlung hat uns Reza Garosi Neuigkeiten von der Kolossalstatue Schapurs berichtet. Im Rahmen einer Forschungsreise haben er und sein Team die Statue und vor allem die nähere Umgebung untersucht und vermessen, und dabei viele spannende Entdeckungen gemacht. Anschliessend genossen wir das üppige Buffet und liessen den Abend gemeinsam ausklingen. (J. Bossart)

Abb. 1: Abschluss der Jahresversammlung mit einem reichhaltigen Buffet.
Abb. 1: Abschluss der Jahresversammlung mit einem reichhaltigen Buffet.

Esau Dozio: «Die Metallfunde der Basler Grabung in Petra (Jordanien)»

19. April 2006

Zahlreiche ZuhörerInnen kamen an diesem Abend in den UB-Vortragssal zum ersten Vortrag im neuen Vereinsjahr. Esau Dozio – heute Doktorand an der Universität Basel – präsentierte uns die Ergebnisse seiner Lizentiatsarbeit. Thema dieser Arbeit waren die Metallfunde der Basler Grabung in Petra aus dem Haus Ez Zantur IV.

Trotz starkem Fragmentierungsgrad der Metallobjekte liessen sich einige Rückschlüsse auf die ehemaligen Bewohner machen. Unter den identifizierbaren Objekten waren die drei Waagschalen und die Fragmente eines Schuppenpanzers sicherlich die Höhepunkte. Esau Dozio zeigte uns detailliert, wie der Alltag eines Archäologen fernab von prächtigen Tempeln aus Marmor und Statuen aus Bronze ebenfalls aussehen kann. (J. Kissling)

Abb. 3: Der Referent Esau Dozio bei seinen spannenden Ausführungen über die Metallfunde.
Abb. 3: Der Referent Esau Dozio bei seinen spannenden Ausführungen über die Metallfunde.

Besuch verschiedener Abteilungen des Antikenmuseums

7. Mai 2006

Dieser Besuch des Antikenmuseums Basel war vor allem der römischen Plastik gewidmet. Zuerst hat uns Jan Meister einige der schönsten Basler Portraitköpfe vorgestellt. Anschliessend erzählte uns Jonas Kissling Einiges über den Meleager-Sarkophag, und zuletzt schauten wir uns gemeinsam noch den bekannten Medea-Sarkophag an. (J. Bossart)

 

Abgussworkshop in der Skulpturhalle Basel (Esau Dozio, Skulpturhalle Basel)

20. Mai 2006

Wiederum hat sich Esau Dozio dazu bereit erklärt eine Veranstaltung des Archäologischen Clubs zu gestalten. Nach einer kurzen allgemeinen Einführung in die Entstehungsgeschichte der Sammlung der Basler Skulpturhalle, wurden die Besucher in die Geheimnisse des Gipsgiessens eingeweiht. Den Höhepunkt bildete natürlich der eigene Gussversuch. Geduldig gaben wir Löffel für Löffel das weisse Pulver unter ständigem Rühren ins Wasser, wie Esau es uns gezeigt hatte.

Abb. 4: Mit viel Geduld entsteht ein Gipsabguss.
Abb. 4: Mit viel Geduld entsteht ein Gipsabguss.

Nach dem Eingiessen in die Form und einiger Wartezeit konnten wir uns an unseren eigenen Gipskopien vom Parthenonfries erfreuen. (J. Kissling)

 

Wanderung zu archäologischen Fundstellen in der Umgebung

18. Juni 2006

An diesem sonnigen Morgen versammelten wir uns in Aesch. Ausgerüstet mit Wanderschuhen, Rucksack mit Verpflegung, Sonnen-schutz und guter Laune machten wir uns unter der Leitung von Julia Bossart auf den Weg. Sie führte uns an den Ruinen der Burgen Pfeffingen, Münchsberg, Engestein und Schalberg vorbei. Knapp und prägnant wurden uns diese zum Teil noch eindrücklichen Überreste des Mittelalters vorgestellt. Und mit der altsteinzeitlichen Fundstelle Schalberg und dem bekannten Dolmen von Aesch kamen auch unsere Kollegen von der Ur- und Frühgeschichte voll auf ihre Kosten. Die tolle Wanderung beendeten wir am Fusse der Ruine Schalberg am Feuer mit Cervelas, Brot und Wein. (J. Kissling)

Abb. 5: Ankunft in der Burg Pfeffingen.
Abb. 5: Ankunft in der Burg Pfeffingen.

Besuch der Ausstellung «Pompejanisch Rot»

14. November 2006«

Julia Bossart und Jan Meister, die selbst an der Realisierung des Projekts «Pompejanisch Rot» mitgearbeitet hatten, führten rund 20 Mitglieder des Archäologischen Clubs durch die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel. Sie ermöglichten uns einen interessanten Einblick in die Art und Weise, wie man besonders im 18. Jahrhundert seine Begeisterung für das antike Pompeji zum Ausdruck brachte. Durch ausgewählte Worte und durch ihre ungezwungene Art brachten sie ihrem Publikum die ausgestellten Bücher, Bilder und Gegenstände gekonnt näher. Der Club gratuliert allen Mitwirkenden für die gelungene Ausstellung und bedankt sich besonders bei Julia und Jan für die kurzweilige Führung. (U. Berther)

Abb. 6: Jan Meister schildert uns voller Begeisterung die Pompeji-Rezeption beim Erfolgsroman «The Last Days of Pompeii» von Edward Bulwer-Lytton.
Abb. 6: Jan Meister schildert uns voller Begeisterung die Pompeji-Rezeption beim Erfolgsroman «The Last Days of Pompeii» von Edward Bulwer-Lytton.

Rundgang durch die vorderorientalische Abteilung des Antikenmuseums Basel

2. Dezember 2006

Obwohl sich der Samstagmorgen von seiner sonnigsten Seite zeigte, stiegen rund 16 Mitglieder des Clubs in den Kunstlichtsaal des Antikenmuseums hinab, um sich mit einigen Stücken aus dem vorderen Orient zu befassen. Während die zwei Experten des vorderorientalischen Bereichs, Herr Furlan und Herr Graber, im Hintergrund die Informationen lieferten, starrten die übrigen 28 Augenpaare gebannt auf die zum Teil winzigen und uralten Figürchen und Gegenstände in den Vitrinen. Schliesslich bekam jeder die Gelegenheit den Kunstlichtsaal auf eigene Faust zu entdecken und sich mit allfälligen Fragen an die Fachkundigen zu richten. Für ihre Ausführungen danken wir den Herren Graber und Furlan herzlichst. (U. Berther)

 

Besuch der Sonderausstellung «In Pharaos Grab»

14. Januar 2007

Souverän führte uns unsere Führerin Frau Ornella Hess durch die äusserst gut besuchte ägyptische Sonderausstellung des Antikenmuseums Basel. Zunächst zeigte sie uns einige interessante Einzelstücke, um uns dann in den Kern der Ausstellung, das Faksimile der Grabkammer von Thutmosis III. zu geleiten. Obwohl sich Frau Hess gegen die lauten Stimmen anderer Führer und gegen die bewundernden Ausrufe zahlreicher Besucher behaupten musste, gelang es ihr den 18 Mitgliedern des Clubs die malerischen Ausstattungen des Grabes näher zu bringen und auf Fragen einzugehen. Schliesslich begab man sich auf die Suche nach einer gemütlichen Schenke auf einen sonntäglichen Spaziergang durch die Stadt. Für den gelungenen Sonntag gebührt unser Dank allen Teilnehmern und ganz besonders Frau Hess. (U. Berther)

Abb. 7: Faksimile der Grabkammer von Thutmosis III (Foto Schweizer Fernsehen).
Abb. 7: Faksimile der Grabkammer von Thutmosis III (Foto Schweizer Fernsehen).

Lic. phil. Jan Meister (Universität Basel): «Von Thersites zu Robbie Williams. Face-Reading und Physiognomik: von der Antike bis heute»

30. Januar 2007

Jan Meister hat uns in einem weit gespannten Bogen von Homer bis zur Gegenwart gezeigt, wie anhand des Aussehens immer wieder versucht wurde, auf den Charakter der betreffenden Person zu schliessen. Es war spannend zu sehen, wie sich diese Methoden im Laufe der Zeit veränderten, und wie sie auf die Archäologie angewandt wurden. (J. Bossart)

Abb. 8: Mensch mit «Schafsphysiognomie» (Illustration von Johann Kaspar Lavater, 18.Jh.).
Abb. 8: Mensch mit «Schafsphysiognomie» (Illustration von Johann Kaspar Lavater, 18.Jh.).

Jahresrechnung 2006 / Budget 2007 (Jonas Kissling)

Kontostand 1.1.2006 CHF 5744.30

Ausgaben:

Abgussworkshop CHF 160.00

Druck und Porto CHF 155.10

Getränke und Essen CHF 66.20

Jahresversammlung 2006 CHF 143.60

Bankspesen CHF 138.90

Total Ausgaben CHF 663.80

Total Einnahmen CHF 2800.90

Kontostand 31.12.2006 CHF 7881.40

Dank deutlich geringerer Ausgaben als im Budget vorgesehen und wiederum zahlreicher grosszügiger Beiträge von Mitgliedern können wir auch dieses Jahr eine deutlich positive Bilanz ziehen. Deswegen hat der Vorstand beschlossen, die Überweisung von CHF 4000.– an die Basler Stiftung für Klassische Archäologie an der Vollversammlung vom 15.2.2007 vorzuschlagen.

Für das neue Vereinsjahr 2007 wurde ein Budget von CHF 1000.– festgelegt. Die erwarteten Einnahmen betragen ca. CHF 2500.–.

 

Mitglieder (Ursina Berther)

Die Mitgliederzahl des Archäologischen Clubs steigt nach wie vor. Anfangs 2004 zählte der Club 40 Mitglieder. Dann stiessen im Verlauf des Jahres 25 Neumitglieder hinzu, gefolgt von 15 weiteren im Jahr 2005. Derzeit hat der Club 83 Mitglieder vorzuweisen. Wir danken allen 83 Mitgliedern für die Treue, für das stete Interesse und das Engagement.

Im Verlauf des Jahres 2006 haben 6 neue Mitglieder den Weg in den Verein gefunden. Wir heissen sie hiermit nochmals herzlich willkommen und stellen sie vor: Kerstin M. Hunziker, Tobias Krapf, Anna Laschinger, Etienne Morel, Johann Savary, Beatrice Vogel.

Daneben sind leider auch drei Austritte zu vermerken. Mit besonderem Bedauern verabschiedet sich der Archäologische Club von Herrn Prof. Dr. Ernst Berger, der am 24. März des Jahres verstorben ist.

 

Ausblick (Sven Straumann)

Auch dieses Jahr sind wir wiederum bemüht ein attraktives Veranstaltungsprogramm anzubieten. Obwohl die Planung noch nicht abgeschlossen ist, können wir Ihnen an dieser Stelle bereits einen kleinen Ausblick geben.

Wie Sie bestimmt bereits erfahren haben, findet dieses Jahr im Antikenmuseum Basel eine grosse Sonderausstellung statt, welche die «Alten Zivilisationen Bulgariens» thematisiert. Wir werden uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und bei einem gemeinsamen Besuch das «Gold der Thraker» bewundern.

Geplant ist auch wiederum eine Sommerexkursion in der Region Basel.

Etwas weiter weg wird uns möglicherweise eine Exkursion ins Ausland führen. Die Durchführbarkeit hängt jedoch vom Teilnehmerinteresse und organisatorischen Gesichtspunkten ab. Falls eine Auslandexkursion zu Stande kommen sollte, werden wir Sie natürlich rechtzeitig informieren. Wir werden Ihnen somit auch dieses Jahr ein abwechslungsreiches Programm präsentieren. Selbstverständlich freuen wir uns jederzeit über Ihre zusätzlichen Anregungen und Wünsche.

Wir hoffen, dass Sie sich von unserer provisorischen Programmvorschau angesprochen fühlen und freuen uns Sie auch im nächsten Semester an unseren Veranstaltungen begrüssen zu dürfen.

 

Impressum

Herausgeber: Archäologischer Club Basel 
Postadresse: c/o Archäologisches Seminar 
Schönbeinstrasse 20 
CH-4056 Basel 
E-Mail: archclubbasel-at-gmx.ch

Redaktion, Fotos und Layout: falls nicht anders angegeben Sven Straumann 
Auflage: 90 Exemplare 
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