Chronik

1841

Der Ordinarius für griechische Sprache und Literatur Wilhelm Vischer-Bilfinger (1808–1874) erforscht und publiziert drei eisenzeitliche Grabhügel in der Hard bei Basel.

1849

Einweihung des Museums an der Augustinergasse. Zu den ausgestellten Kunstschätzen gehören auch Gipsabgüsse und einige antike Originale.

Im Wintersemester hält Jacob Burckhardt (1818–1897) in Basel seine erste Vorlesung über die "Geschichte der antiken Kunst".

1859

Johann Jakob Bernoulli (1831–1913) habilitiert sich für "die Fächer der classischen Philologie und Archäologie und der alten Geschichte".

1874

Johann Jakob Bernoulli wird zum Extraordinarius und 1895, in Anerkennung seiner Publikationen über Ikonographie, zum Ordinarius ernannt. Bis 1898 lehrt er ehrenamtlich Klassische Archäologie.

Wilhelm und Sophie Vischer-Heussler errichten eine Stiftung zugunsten einer altertumswissenschaftlichen Professur mit Schwergewicht auf Archäologie oder Vergleichender Sprachwissenschaft.

1887

Für die Gipsabgüsse wird ein eigenes Gebäude an der Klostergasse errichtet; in dieser ersten "Skulpturhalle" findet auch ein Teil des archäologischen Unterrichts statt.

1890

Ferdinand Dümmler (1859–1896) aus Halle wird als Ordinarius für lateinische Sprache und Literatur berufen; in seiner kurzen Lehrtätigkeit bietet er mehrfach archäologische Übungen zu Vasen und Skulptur an.

1898

Mit der Berufung von Hans Dragendorff (1870–1941) aus Estland kommt die Professur der Vischer-Heussler-Stiftung erstmals der Archäologie zugute. Nach nur vierjährigem Wirken nimmt Dragendorff einen Ruf als Leiter der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt an.

1907

Ernst Alfred Stückelberg (1867–1926) habilitiert sich für "Frühchristliche Alterthumskunde, Kunstgeschichte und historische Hilfswissenschaften".

1909

Ernst Pfuhl (1876–1940) aus Charlottenburg wird als Extraordinarius für Archäologie auf die Stiftungsprofessur berufen. 1911 wird er zum Ordinarius befördert. Er setzt sich für die Gründung eines Archäologischen Seminars ein.

1912

Die Kuratel genehmigt die von der Philosophischen Fakultät beschlossene Errichtung der Seminarien für Musikwissenschaft, für Archäologie und für Wirtschaftskunde und Wirtschaftsgeschichte. Das Archäologische Seminar erhält einen Raum in der Universitätsbibliothek, dazu 1924 den angrenzenden sog. Hörsaal.

1924

Elsa Mahler (1882–1970) promoviert als erste Doktorierende in Klassischer Archäologie. 1928 habilitiert sie sich für Russische Sprache und Literatur und wird 1938 zur ersten Professorin der Universität Basel ernannt.

1927

Aus Platzgründen wird die Gipssammlung in Kellerräumen an der Viaduktstrasse 45 magaziniert; sie bleibt dort bis zum Umzug 1941 in ein Provisorium an der Mittleren Strasse 33.

1935

Der Antrag von Kuratel und Regenz auf Schaffung von vier neuen Lehrstühlen (Orientalische Philologie, Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft, Klassische Archäologie sowie Musikwissenschaft) wird aus finanziellen Gründen abgelehnt.

1936

Karl Friedrich Schefold (1905–1999), dem aus politischen Gründen ein weiteres Fortkommen in Deutschland verwehrt ist, habilitiert sich für Klassische Archäologie. 1939 erhält er einen Lehrauftrag für "Kunst des alten Orients und der christlichen Antike", der zwei Jahre später um "Kunstgeschichte der alten Mittelmeervölker" erweitert wird.

Chronik

1941

Nach Ernst Pfuhls Tod wird Arnold von Salis (1881–1958), ordentlicher Professor in Zürich, bis 1948 mit der Lehrstuhlvertretung betraut.

1942

Karl Schefold wird zum Extraordinarius und 1953 zum Ordinarius ernannt.

1960

Karl Schefold wird zum Inhaber des neu geschaffenen Lehrstuhls für (Klassische) Archäologie ernannt. Für die Fünfhundertjahrfeier der Universität organisiert er zusammen mit Herbert A. Cahn und Christoph Bernoulli eine Ausstellung griechischer Antiken mit internationalen Leihgaben ("Meisterwerke griechischer Kunst"), die auf grosses Interesse stösst.

1961

Die von Dr. René Clavel gestiftete Million Schweizerfranken und die Unterstützung durch Privatsammler machen den Weg frei für die Gründung des Antikenmuseums, das 1966 mit Ernst Berger als dessen Direktor eröffnet wird.

1962.

Ernst Berger (1928–2006) habilitiert sich für "Klassische Archäologie". 1968 wird er zum Extraordinarius ernannt.

1963

Das Archäologische Seminar zieht für die Dauer des Umbaus der Universitätsbibliothek (bis 1968) in die neu eröffnete Skulpturhalle an der Mittleren Strasse 17.

1964

Karl Schefold leitet die ersten Schweizer Grabungen in Eretria (GR).

1975

Gründung der "Ecole suisse d'archéologie en Grèce".

1976

Margot Schmidt (1932–2004) habilitiert sich für "Klassische Archäologie mit besonderer Berücksichtigung der Malerei und Mythologie". 1982 wird sie zur Extraordinaria ernannt.

1977

Rolf A. Stucky (*1942) wird zum Ordinarius für Klassische Archäologie und Vorsteher des Archäologischen Seminars ernannt.

1982

Nach Abschluss des Parthenon-Rekonstruktionsprojekts in der Skulpturhalle organisiert Ernst Berger einen internationalen Parthenon-Kongress.

Peter Blome (*1948) habilitiert sich für "Klassische Archäologie"; 1988 wird er zum Extraordinarius ernannt.

1988

Beginn der Ausgrabungen in Petra (Jordanien) unter der Leitung von Rolf A. Stucky.

1995

Karl Reber (*1955) habilitiert sich für "Klassische Archäologie". 1996 wird er zum Assistenzprofessor, 2001 zum Titularprofessor ernannt.

1998

Martin A. Guggisberg (*1960) habilitiert sich für "Klassische Archäologie". 2005 wird er zum Titularprofessor ernannt.

2008

Martin A. Guggisberg wird zum Ordinarius für Klassische Archäologie und Vorsteher des Archäologischen Seminars ernannt.

2010

Das seit 2008 bestehende Departement für Altertumswissenschaften bezieht erstmals ein gemeinsames Domizil im Rosshof am Petersgraben 51. Es umfasst die Fachbereiche der Ägyptologie, Alten Geschichte, Klassischen Archäologie, Ur- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Archäologie, Gräzistik, Latinistik, Historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft und Vorderasiatischen Altertumswissenschaft.

 

Archäologie an der Universität Basel

Broschüre zum 100-Jahr-Jubiläum:

Ausführlichere Informationen zur Geschichte des Fachbereichs finden sich im Auszug [PDF (1.4 MB)] der Broschüre "Knochen, Scherben und Skultpuren. 100 Jahre Archäologie an der Universität Basel".

Die Broschüre kann an der Theke der Bibliothek bezogen werden oder als PDF hier: Anna Laschinger, Annemarie Kaufmann-Heinimann: Knochen, Scherben und Skulpturen. 100 Jahre Archäologie an der Universität Basel (2012). [PDF (9.6 MB)]

 

A. Kaufmann-Heinimann, Von Grabungen und Dümmler-Vasen. Zu den Anfängen der klassischen Archäologie an der Universtität Basel, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 114 (2014) 191–234 PDF [PDF (4.1 MB)]

K. Schefold, in: Lehre und Forschung an der Universität Basel zur Zeit der Feier ihres fünfhundertjährigen Bestehens (1960) 197–201

E. Bonjour, Die Universität Basel von den Anfängen bis zur Gegenwart, 1460–1960 (1960) 654–655.

R. Thommen, Die Universität Basel in den Jahren 1884–1913 (1914) 185