Lehrveranstaltungen im HS12

Vorlesungen

Griechische Archäologie I: Die geometrische und archaische Epoche

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Do 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 20.9.2012

Ort: Kollegienhaus Hörsaal 118
ECTS-Punkte: 2

Mit dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit um 1000 v. Chr. beginnt in Griechenland ein neuer Kulturabschnitt. Von der vorangegangenen mykenischen unterscheidet sich die neue, nach dem Keramikstil als ?geometrisch? bezeichnete Epoche durch zahlreiche grundlegende Veränderungen. An die Stelle der früheren Palastkultur treten dörfliche Lebensformen, aus denen heraus sich an der Wende zur nachfolgenden, archaischen Periode, um 700 v. Chr., die griechische Polis entwickelt. Tiefgreifende Veränderungen kennzeichnen auch die Religion mit der Herausbildung des klassischen Götterkanons und der Entstehung der Heiligtümer. Gleichzeitig öffnet sich die griechische Welt nach aussen. Kulturelle Expansion und die Erschliessung neuer Lebensräume in Italien, Nordafrika und der Levante sind das eine, die Übernahme fremder, vor allem orientalischer Einflüsse in die eigene ?orientalisierende? Kultur, das andere zentrale Ergebnis dieses vielschichtigen Prozesses. In der Vorlesung wird die kulturelle Entwicklung Griechenlands im Zeitraum vom 10.-6. Jahrhundert v. Chr. beleuchtet. Sie ist Teil eines Zyklus, der im Wechsel mit der Betrachtung der Römerzeit einen Überblick über die zentralen archäologischen Denkmäler der griechisch-römischen Antike und ihre Bewertung in der modernen Forschung bietet.

Literatur:

S. Langdon, Art and identity in dark age Greece, 1100-700 B.C.E (2008); R. Osborne, Greece in the Making 1200-479 B.C. (2007); J. N. Coldstream, Geometric Greece (2. Aufl. 2003).

Syrien in römischer Zeit

Dozent: PD. Dr. Othmar Jaeggi
Zeit: Fr 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 21.9.2012

Ort: Kollegienhaus Hörsaal 120
ECTS-Punkte: 2

Die Vorlesung möchte einen Überblick über die römische Provinz Syria, ihre Städte und Kultur bieten. Besondere Beachtung findet dabei die Entwicklung der monumentalen Architektur. Schwerpunkte bilden Apamea, Baalbek, Bosra und Palmyra im 1. und 2. Jh. n. Chr. Exkurse widmen sich der Vorgeschichte in hellenistischer Zeit und den Beziehungen zum Partherreich im Osten und dem Nabatäerreich im Süden.

Literatur:

J-M. Blas de Roblès (u. a.), Vestiges archéologiques du Liban (2004); Institut du Monde Arabe (Hrsg. u.a.), Syrie: mémoire et civilisation, Ausstellung Paris (1993); M. van Ess - Th. Weber (Hrsg.), Baalbek. Im Bann römischer Monumentalarchitektur (1999); G. Degeorge, Palmyre. Métropole du Désert (1987); M. Fortin, Syrien. Wiege der Kultur. Ausstellungskatalog Québec - Basel (1999/2000); A. Schmidt-Colinet (Hrsg.), Palmyra. Kulturbegegnung im Grenzbereich (2005); R.A. Stucky, Das Eschmun-Heiligtum von Sidon. Architektur und Inschriften, Beihefte Antike Kunst 19 (2005); J. Wagner (Hrsg.), Gottkönige am Euphrat. Neue Ausgrabungen und Forschungen in Kommagene (Mainz a.R. 2000).

Proseminare

Einführung in die römische Wandmalerei

Dozentin: Dr. Marianne Mathys
Zeit: Mo 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 24.9.2012

Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S01
ECTS-Punkte: 3

Die Wanddekoration römischer Häuser ist ein zentrales Beschäftigungsfeld in der Klassischen Archäologie. Im Proseminar werden zum einen die Stilrichtungen der Wanddekorationssysteme ("1. bis 4. Pompejanischer Stil"), deren Entstehung sowie Entwicklungsstufen besprochen. Zum anderen führen die Befunde in die Wohnarchitektur der Vesuvstädte sowie nach Rom und Umgebung, wobei es im Speziellen um Ikonographie und Darstellungsmotive aber auch um Kontexte innerhalb des Wohnambientes gehen wird.

Literatur:

H. Mielsch, Römische Wandmalerei (Darmstadt 2001); I. Baldassarre (Hrsg.), Römische Wandmalerei vom Hellemismus bis zur Spätantike (Köln 2002)

Römische Sarkophage

Dozent: Dr. Christian Russenberger
Zeit: Do 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 20.9.2012

Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S01
ECTS-Punkte: 3

In Kurzreferaten werden von Studierenden einzelne Sarkophage bzw. Sarkophaggruppen präsentiert. Die Monumente sollen kunsthistorisch verortet und als Ausgangspunkt weiterführender kultur-, sozial- und mentalitätsgeschichtlicher Fragestellungen diskutiert werden.

Literatur:

P. Zanker & B. C. Ewald, Mit Mythen Leben. Die Bildwelt der römischen Sarkophage (München 2004); G. Koch, Sarkophage der römischen Kaiserzeit (Darmstadt 1993); G. Koch & H. Sichtermann, Römische Sarkophage, HdA (München 1982).

Übungen

Griechische Votiv- und Grabreliefs in der Skulpturhalle: Vorbereitung eines Bestandskatalogs

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Mi 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 19.9.2012

Ort: Skulpturhalle
ECTS-Punkte: 3

Die Basler Skulpturhalle besitzt einen reichen Bestand von bislang kaum oder nur ungenügend erfassten Abgüssen griechischer Grab- und Weihreliefs. Im Hinblick auf die geplante Publikation eines Bestandeskatalogs wird es in der Übung darum gehen, die Denkmäler praktisch zu erfassen (Foto, Inventar) und sie in Form von kurzen Beiträgen inhaltlich zu erschliessen. Diese sollen idealerweise in der geplanten Publikation veröffentlicht werden. Daneben werden auch allgemeine Aspekte der griechischen Reliefplastik klassischer und hellenistischer Zeit thematisiert (Stil, Ikonographie, Inschriften u.a.).

Literatur:

E. Pfuhl, H. Möbius, Die ostgriechischen Grabreliefs (Mainz 1977-1979); Ch. W. Clairmont, Classical Attic tombstones Bd. 1-6 (1993-1996); J. Bergemann, Demos und Thanatos : Untersuchungen zum Wertsystem der Polis im Spiegel der attischen Grabreliefs des 4. Jahrhunderts v. Chr. und zur Funktion der gleichzeitigen Grabbauten (1997); A. Comella, I rilievi votivi greci di periodo arcaico e classico : diffusione, ideologia, committenza (2002)

Petra und die Nabatäer

Dozent: lic. phil. Laurent Gorgerat
Zeit: Di 08:15-10:00 Uhr

Beginn: 18.9.2012

Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S01
ECTS-Punkte: 3

Einführung in die altertumswissenschaftlichen elektronischen Medien

Dozent: lic. phil. Christoph Schneider
Zeit: Do 12:15-14:00 Uhr

Beginn: 20.9.2012

Ort: Universitätsbibliothek, Vortragssaal 118
ECTS-Punkte: 2

Die Altertumswissenschaften sind in den letzten Jahren durch die elektronischen Medien um ein Hilfsmittel bereichert worden. Die Übung soll einen Einblick in die Verwendung der Text- und bibliographischen Datenbanken aus dem Bestand der Universitätsbibliothek vermitteln. Im weiteren werden Suchstrategien im Internet und im Bibliothekssystem ALEPH erörtert.

Altvorderasiatische Kunst von der frühsumerischen bis zur Akkad-Zeit

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Mo 14:00-18:00 Uhr
; Sa 15:00-18:00 Uhr; So 14:00-18:00 Uhr
Beginn: 24.9.2012
. Die Übung findet an folgenden Terminen statt: Mo. 24.9., 19.11., 17.12.; Sa 29.9.; So 30.9., 18.11., 16.11. 
Ort: Rosshof, Tagunsraum 306
ECTS-Punkte: 3

Um die Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. setzt im südlichen Mesopotamien eine sprunghafte Entwicklung ein, zu deren Errungenschaften nicht nur die Schrifterfindung gehört, sondern auch qualitative Steigerungen im Bereich von Architektur und Kunst. Die neu gefundenen Ausdrucksmöglichkeiten verbreiteten sich schnell über weite Gebiete des Alten Vorderen Orients. Die frühsumerische, die frühdynastische und die Akkad-Zeit repräsentieren mehr als 1000 Jahre Kunstgeschichte unterschiedlicher Stilepochen, in deren Verlauf Bildinhalte ebenso wie das Sozialgefüge, dem sie Ausdruck verleihen, beträchtliche Veränderungen erfuhren.

Literatur:

E. Strommenger, Fünf Jahrtausende Mesopotamien ? Die Kunst von den Anfängen um 5000 v. Chr. bis zu Alexander dem Großen (München 1962); W. Orthmann, Der Alte Orient, Propyläen Kunstgeschichte 14 (Berlin 1975); A. Spycket, La statuaire du Proche-Orient ancien, Handbuch der Orientalistik VII.1.2.B2 (Leiden / Köln 1982); J. Aruz (Hrsg.), The Art of the First Cities ? The Third Millennium B.C. from the Mediterranean to the Indus (New York 2003)

Seminare

Das hellenistische Delos: Hafenstadt und Heiligtum

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Fr 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 21.9.2012

Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S01
ECTS-Punkte: 3

Das von der Ecole Française d'Athènes seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erforschte und rund zur Hälfte ausgegrabene Delos gilt (zu Recht) als Musterbeispiel einer hellenistischen Stadt. Der Ausbau der Siedlung unter der Vorherrschaft Roms und Athens ab der Mitte des 2. Jhs. v. Chr. sowie ihre Aufgabe im Anschluss an die politischen Konflikte im östlichen Mittelmeerraum im frühen 1. Jh. v. Chr. sind dafür verantwortlich, dass sich die gesellschaftliche, kulturelle und soziale Interaktion einer städtischen Gemeinwesens hier so deutlich studieren lässt, wie an kaum einem anderen Ort der griechisch-hellenistischen Welt. Das berühmte Apollonheiligtum, vor allem aber ihr Status als "Freihafen" haben die Insel zu einem religiösen und wirtschaftlichen Anziehungspunkt für eine multikulturelle Gesellschaft gemacht, die vielfältige Spuren sowohl im öffentlichen wie im privaten Bild der Stadt hinterlassen hat. Wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihre ?nationale? Identität bewahrt und sich gleichzeitig unter dem Dach einer gemeinsamen ?hellenistischen? Koiné verbunden haben, wird im Rahmen des Seminars am Beispiel der reichen materiellen Hinterlassenschaft (Architektur, Skulptur, Malerei, Mosaik u.a.) zu diskutieren sein.

Literatur:

Ph. Bruneau, Guide de Délos (Athènes 2005).

"The Lie Became Great" - Echte und fiktive Fundplätze der Achämenidenzeit

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Mo 08:00-12:00 Uhr
; Di 08:00-12:00 Uhr; So 09:00-12:00 Uhr
Beginn: 25.9.2012
. Das Seminar findet an folgenden Terminen statt: Mo 1.10., 17.12.; Di 25.9., 20.11., 18.12.; So 30.9.,16.12. 
Ort: Rosshof, Tagunsraum 306
ECTS-Punkte: 3

Die Tatsache, dass für den überwiegenden Teil der achämenidenzeitlichen Kleinkunst (Gefäße, Schmuck, Siegel etc.) keine Herkunftsangaben vorliegen, schafft ein methodisches Problem: Wer sich mit den fraglichen Denkmälergruppen beschäftigen will, kann auf die Einbeziehung von Stücken ohne gesicherte Provenienz kaum verzichten. Die damit verbundenen Risiken für die Rekonstruktion der kunstgeschichtlichen Entwicklung und sozialgeschichtlicher Gegebenheiten sind Thema dieses Seminars. Dabei stehen Fundkomplexe wie der sog. Oxus-Schatz im Zentrum, um deren Herkunft sich komplexe Wissenschaftsmythen ranken.

Literatur:

O. M. Dalton, The Treasure of the Oxus (2nd ed., London 1926); O. W. Muscarella, The Lie Became Great ? The Forgery of Ancient Near Eastern Cultures, Studies in Art and Archaeology of Antiquity I (Groningen 2000)

Kolloquium

Aus laufenden archäologischen Forschungen

Dozenten: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg und Prof. Dr. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Mi 18:15-20:00 Uhr

Beginn: 26.9.2012

Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S01
ECTS-Punkte: 3

Im Archäologischen Kolloquium werden aktuelle Forschungsarbeiten von fortgeschrittenen Studierenden und Promovierenden der Klassischen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie vorgestellt und diskutiert (Lizentiatsarbeiten, Masterarbeiten, Dissertationen u.a.m.). Studierende haben die Möglichkeit, sich durch die Moderation von Sitzungen und durch Kurzberichte zu den Referaten aktiv an der Gestaltung der interdisziplinären Veranstaltung zu beteiligen. Die Veranstaltung wird in diesem Herbst schwerpunktmässig unter dem Thema "Kult und Religion" stehen.

Programm HS12 [PDF (51 KB)]