Lehrveranstaltungen im FS13

Für mögliche Fehler übernehmen wir keine Haftung; massgeblich ist das offizielle Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel der Universität Basel. Alte Vorlesungsverzeichnisse finden Sie dort im Archiv.

Vorträge

Ergänzend zu den Lehrveranstaltungen organisiert die Klassische Archäologie zusammen mit der Vereinigung der Freunde Antiker Kunst Vorträge.

Programm FS13 [PDF (375 KB)]

Vorlesungen

Römische Archäologie I: Von den Anfängen Roms bis zum Zeitalter des Augustus

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Do 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 28.02.2013
Ort: Kollegienhaus Hörsaal 119
ECTS-Punkte: 2

In der Vorlesung wird die Entstehung und Entwicklung der römischen Kunst von ihren Anfängen im 5. Jahrhundert v. Chr. bis zur augusteischen Epoche um Christi Geburt nachgezeichnet. Zentrale Fragen betreffen dabei die Genese der römischen Kunst vor dem Hintergrund ihrer italischen und griechisch-hellenistischen Wurzeln, die Rolle der Eliten bei der Fixierung der Bilder sowie die Transformation der republikanischen Bilder- und Wertewelt in das monarchische Zeichensystem des Augustus. In einem systematischen Überblick wird die Entwicklung der verschiedene Gattungen im Sinne einer Einführung vorgestellt (Architektur, Idealplastik, Porträt, historische Kunst, Malerei) und in ihren historischen Kontext gestellt. Einen Schwerpunkt wird dabei das Zentrum des aufstrebenden Reiches, die Stadt Rom, bilden. Die Vorlesung ist Teil eines Zyklus, der im Wechsel mit der griechischen Epoche einen Überblick über die zentralen Denkmäler der griechisch-römischen Antike und ihre Bewertung in der aktuellen Forschung bietet.

Literatur:
G. Sauron, Römische Kunst von de Mittleren Republik bis Augustus (Mainz 2012).

  Die Skythen und ihre Nachbarn

Dozent: PD Dr. Othmar Jaeggi
Zeit: Mi 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 27.02.2013
Ort: Kollegienhaus Hörsaal 115
ECTS-Punkte: 2

Die Vorlesung vermittelt Grundlagen zu den Skythen und ihrer Kultur (ca. 6. bis 3. Jh. v. Chr.), eine Übersicht über die schriftlichen und archäologischen Quellen sowie über die bisherige Forschung. Schwerpunkte bilden die skythische Kunst und die kulturellen Kontakte zwischen Skythen und ihren Nachbarvölkern, insbesondere mit den Griechen. Ein Exkurs geht auf die Kulturen des Altai-Gebirges (Pazyrik) ein. Eine kritische Diskussion hinterfragt geläufige Positionen der Forschung.

Literatur:
M. Egloff (u. a.), Trésors des steppes: archéologie russe du Musée de l'Ermitage Saint-Pétersbourg, Ausstellung Laténium-Neuchâtel (2006); H. Parzinger, Die Skythen (2009); R. Rolle, Die Welt der Skythen: Stutenmelker und Pferdebogner: ein antikes Reitervolk in neuer Sicht (1980); S. I., Rudenko, Sergej Ivanovi_, Frozen tombs of Sibiria: the pazyryk burials of Iron Age (1970); V. Schiltz (Hrsg.), L'or des Amazones: peuples nomades entre Asie et Europe : VIe siècle av. J.-C. - IVe siècle apr. J.-C., Ausstellung Paris (2001).

Vorderasien vom Tod Alexanders des Grossen bis zu Mithridates I. von Parthien

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Mo 14:15-16:00 Uhr
 (14-täglich)
Beginn: 04.03.2013
Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 1

Der Alexanderzug, der das Ende des Achämenidenreichs brachte, leitet eine intensive Hellenisierung weiter Teile des ehemals persischen Gebietes ein. Er bedeutet aber nicht zugleich das Ende der altorientalischen Traditionen. Man beobachtet gebietsweise starke Divergenzen in den Entwicklungen, die sich aus den Kulturkontakten im Gefolge des Alexanderzuges ergaben. Und in Architektur, Großplastik und Kleinkunst zeitigten diese Kontakte jeweils durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Von der Peripherie des Seleukidenreichs, das sich als mächtigster Nachfolgestaat des Alexanderreichs etablierte, geht seit der 2. Hälfte des 3. Jh. v. Chr. die Bildung eines neuen Großreichs aus, das einen wesentlichen Teil des ehemals achämenidischen Reichsgebiets erneut unter einer Herrrschaft vereinigte und gleichfalls mit dem allgegenwärtigen griechischen Einfluss konfrontiert wurde. Die Vorlesung bietet einen historischen Überblick über den Zeitraum vom Ende des 4. bis zur Mitte des 2. Jh. v. Chr. unter besonderer Berücksichtigung der angesprochenen kulturellen Entwicklungen.

Literatur:
E. Yarshater (Hrsg.), The Seleucid, Parthian and Sasanian Periods; Cambridge History of Iran III (Cambridge 1983); A. Kuhrt / S. Sherwin-White, Hellenism in the East ? The Interaction of Greek and non-Greek Civilizations from Syria to Central Asia after Alexander, Hellenistic Culture and Society 2 (London 1987); H. E. Mathiesen, Sculpture in the Parthian Empire ? A Study in Chronology I/II (Aarhus 1992); U. Hackl / B. Jacobs / D. Weber, Quellen zur Geschichte des Partherreichs 1-3 (Göttingen 2010), bes. Bd. 1, S. 1-181

Proseminare

  Einführung in die Griechische Plastik

Dozent: Dr. des. Christian Russenberger
Zeit: Mo 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 25.02.2013
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum
ECTS-Punkte: 3

Thema der Veranstaltung ist die Entwicklung der griechischen Plastik von archaischer bis hellenistischer Zeit. Die wesentlichen Phasen werden anhand von einzelnen, für die Entwicklung besonders signifikanten Frauen- und Männerstatuen besprochen. Pro Sitzung werden je zwei Statuen in einem Referat vorgestellt. Anhand der einzelnen Beispiele sollen nicht nur die stilistischen Entwicklungen, sondern auch technische, ikonographische sowie verschiedene kultur- und sozialhistorischen Aspekte diskutiert werden. Ein besonderes Augenmerk gilt den Aufstellungskontexten der Statuen, dem Verhältnis zwischen Auftraggebern und Bildhauern sowie dem Quellenwert der Bilwerke für wesentliche Aspekte der griechischen Sozial- und Kulturgeschichte.

Literatur:
P. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst I?III (Mainz 2002?2006).
T. Hölscher, Klassische Archäologie. Grundwissen (Darmstadt 2002) 175-228.
T. Hölscher, Die griechische Kunst (München 2007).
A. Stewart, Greek Sculpture. An Exploration (New Haven 1990).

 Streifzüge durch das Antikenmuseum Basel 3 KP

Dozentin: Dr. Marianne Mathys
Zeit: Fr 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 01.03.2013
Ort: Die Sitzungen am 1. und 8. März 2013 finden im Schnitz (Seminarraum S01) statt; danach treffen wir uns jeweils im Antikenmuseum.
ECTS-Punkte: 3

In einem zeitlich und gattungsspezifisch weit gefassten Überblick werden die "pezzi grossi" des Antikenmuseums analysiert. Dabei wird es neben einer fundierten kunsthistorischen Einordnung des Objekts um Fragen der Herstellung, der Verwendung und des Kontexts gehen. Zusätzlich zu den vorbereiteten Referaten werden in jeder Sitzung Ausstellungsstücke "ex tempore" besprochen. Desweiteren steht genügend Zeit zur Verfügung, um Grundsätzliches zu Chronologie und zur Methodik in der Klassischen Archäologie zu diskutieren.

Literatur:
P. Blome, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig (Zürich 1999)


Übungen

  Die archäologische Sammlung der Eremitage in St. Petersburg

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Fr 08:15-10:00 Uhr

Beginn: 01.03..2013
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Als Vorbereitung auf die St. Petersburg-Exkursion im Herbst 2013 werden in der Übung ausgewählte Kunstwerke der Eremitage aus allen Epochen besprochen. Des weiteren wird die Sammlungsgeschichte thematisiert werden.

Literatur:
A. A. Trofirnova (Hg.), Greeks on the Black Sea : ancient art from the Hermitage (Los Angeles 2007)

  Altvorderasiatische Kunst von der Ur III-Zeit bis zur Eroberung Babylons durch Kyros d. Gr.

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Mo 16:15-19:00 Uhr
 (14-täglich)
Beginn: 04.03.2013
Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 3

Die Übung setzt den im Herbstsemester begonnen Überblick über die Epochen des Alten Vorderen Orients fort und behält auch die kunsthistorische Schwerpunktsetzung bei. Obwohl seit dem frühen 2. Jahrtausend verstärkt auch Mächte in Anatolien und Syrien auf der historischen Bühne mitspielen, bildet Mesopotamien weiterhin den thematischen Schwerpunkt.

Literatur:
E. Strommenger, Fünf Jahrtausende Mesopotamien ? Die Kunst von den Anfängen um 5000 v. Chr. bis zu Alexander dem Großen (München 1962); W. Orthmann, Der Alte Orient, Propyläen Kunstgeschichte 14 (Berlin 1975); A. Spycket, La statuaire du Proche-Orient ancien, Handbuch der Orientalistik VII.1.2.B2 (Leiden / Köln 1982)

Seminar

Das Zusammenspiel von Schrift und Bild in der griechischen und römischen Antike

Dozenten: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg, Prof. Dr. Rudolf Wachter
Zeit: Fr 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 01.03..2013
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage nach dem Verhältnis von Schrift und Bild in der griechischen und römischen Kunst. Seit der geometrischen Zeit wird die Schrift als gestalterisches Element in der darstellenden Kunst eingesetzt, auf Vasenbildern, in der figürlichen Plastik und später auch in der Architektur. Einen Höhepunkt erlebt die Verwendung der Schrift als semantisches Bildelement in der römischen Epoche, wo sie auf Grabdenkmälern und öffentlichen Bauten ebenso wie in der Mosaikkunst und auf Gebrauchsgegenständen des Alltags allgegenwärtig ist. Im Rahmen des Seminars wird es darum gehen, die Semantik der Schrift in den oben genannten Darstellungsbereichen, ihre inhaltliche Aussage in Bezug zum Bild, den Kreis ihrer Adressatinnen und Adressaten sowie ihre gestalterische Ausformung zu untersuchen.

Literatur:
M. Corbier, Donner à voir, donne à lire. Mémoire et communication dans la Rome antique (Paris 2006); S. Goldhill - R. Osborne (eds.), Art and text in ancient Greek culture (Cambridge 1994); F. Lissarague, Paroles d?images : remarques sur le fonctionnement de l'écriture dans l'imagerie attique, in: A.M. Christin (éd.), Écritures II (Paris 1985) 71-93.

  80 Jahre nach der Entdeckung des Festungsarchivs von Persepolis: Die Verwaltung im Achämenidenreich

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Di 09:00-12:00 Uhr
 (14-täglich)
Beginn: 05.03.2013
Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 3

In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind zahlreiche Archive und andere Dokumentengruppen der Achämenidenzeit aufgearbeitet worden. Hier ist an erster Stelle das Archiv aus der Festungsmauer von Persepolis zu nennen, aber auch Wirtschaftsurkunden aus Babylonien, Tonbullenfunde aus Daskyleion und vom Seyitömer Hüyük, die Briefe des baktrischen Satrapen Akhvamazda, die Korrespondenz des ägyptischen Satrapen Ar?ama etc. Bei aller Unterschiedlichkeit der Dokumente zeichnet sich inzwischen ab, dass Verwaltung an unterschiedlichen Orten des Reiches strukturell ganz ähnlich funktionierte. Die sich abzeichnenden, verallgemeinerbaren Strukturen sollen mit den Berichten klassischer Autoren über die Achämenidenzeit verglichen werden. Hieraus sollen sich einerseits methodische Einsichten zur Gewichtung der Quellen, andererseits verlässliche Erkenntnisse zur achämenidischen Reichsverwaltung ergeben. Die Veranstaltung ist zugleich als Vorbereitung auf das vom 14.-17. Mai 2013 stattfindende Internationale Kolloquium zur achämenidischen Reichsverwaltung auf dem Landgut Castelen bei Basel gedacht.

Literatur:
B. Jacobs, Achaemenid Satrapies, Encyclopaedia Iranica <www.iranicaonline.org/articles/achaemenid-satrapies>; P. Briant / W. Henkelman / M. Stolper (Hrsg.), L'archive des Fortifications de Persépolis - État des questions et perspectives de recherches, Persika 12 (Paris 2008)

Praktikum

  Ausgrabung Francavilla Marittima, Kalabrien

Dozenten: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg, lic. phil Norbert Spichtig
Zeit: Juni/Juli
Ort: Francavilla Marittima
ECTS-Punkte: 4


Teilnahmebedingungen: Berücksichtigt werden können voraussichtlich 8 Studierende. Es besteht kein Anspruch auf Teilnahme; die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt durch die Grabungsleitung. Bevorzugt werden Studierende der Klassischen Archäologie der Universität Basel mit Grabungserfahrung.
Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt gemäss Aushang im Seminar bis zum 10.01.2013 durch ein kurzes Motivationsschreiben zuhanden der Grabungsassistentin lic. phil. Camilla Colombi.

Die Ausgrabungen in Francavilla Marittima gelten einer einheimischen Nekropole der frühen Eisenzeit an der Südküste Kalabriens. Im Mittelpunkt der Forschungen steht die kulturelle Interaktion zwischen der einheimischen Bevölkerung und den griechischen Kolonisten und Seefahrern, die ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. in zunehmender Zahl die süditalische Küste frequentieren und um 720 v. Chr. in nur 10 km Distanz von der einheimischen Siedlung von Francavilla Marittima die Kolonie Sybaris gründen. Die Basler Ausgrabungen richten sich auf ein spzeifisches Areal innerhalb der grossen Nekropole, das den Bestattungsplatz einer Gruppe von Angehörigen der gesellschaftlichen Oberschicht bildet. Während der fünfwöchigen Grabungskampagne werden die Studierenden in ein breites Spekturm von Methoden und Techniken der praktischen Grabungstätigkeit eingeführt.

Literatur:
M. Kleibrink, Archaeological Park "Lagaria" Francavilla Marittima (near Sybaris) : [Guide] (2011).

Exkursion

 Die archäologische Sammlung der Eremitage in St. Petersburg

Dozenten: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Die Exkursion findet voraussichtlich in der ersten Septemberwoche 2013 statt.
Ort: St. Petersburg
ECTS-Punkte: 3

Teilnahmebedingung: Nur für Studierende der Altertumswissenschaften an der Universität Basel. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt (25 Personen). Vorrang haben Studierende der Klassischen Archäologie. Voraussetzung ist Teilnahme an der vorbereitenden Übung.

Die Eremitage in St. Petersburg beherbergt antike Denkmäler von Weltrang aus allen Epochen des Altertums. Zu den Besonderheiten gehören die Funde aus den sykthischen Fürstengräbern Südrusslands und der Altai. Daneben bilden die Vasen und Skulpturen der griechischen und römischen Epoche weitere Höhepunkte. Auch die Spätantike ist mit wichtigen Zeugnissen vertreten. Aufbauend auf den Kenntnissen der vorbereitenden Übung werden wir vor Ort die orginalen Kunstwerke besprechen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf den Funden und der Archäologie Südrusslands und des Schwarzmeergebietes vom frühen 1. Jahrtausend v. Chr. bis in die Spätantike liegen.