Überblick HS14

Im Herbstsemester bietet die Klassische Archäologie in der Lehre fast die gesamte Bandbreite ihrer thematischen und epochalen Sujets: Von der Prähistorie bis in die römische Kaiserzeit, von der Architektur bis zur Keramik, von Grabmalerei bis zur Plastik, von Makedonien über Kleinasien und Griechenland bis ins westliche Mittelmehr reicht der Bogen.

Martin Guggisberg führt die Überblicksvorlesung zur griechischen Archäologie mit Teil III, Hellenismus, fort, während sich Matthias Grawehr in seiner Vorlesung den Besonderheiten der "Kunst und Kultur Kleinasiens unter römischer Herrschaft" verschrieben hat. Tobias Krapf übernimmt im HS14 und FS15 die Stellvertretung von Marianne Mathys, die sich in einem Forschungsjahr befindet, und damit das Proseminar zur "Einführung in die römische Plastik". Ein weiteres Proseminar hält Camilla Colombi. Unter dem Titel "Polychromie für das Jenseits" untersucht sie mit den Studierenden Grabmalereien der klassischen und hellenistischen Zeit.

Das Seminar führt uns im Herbst nach Malta. Aus Anlass der Ausstellung im Foyer des Rosshofs zeichnet Othmar Jaeggi die "Geschichte der Phönizier und Punier im zentralen und westlichen Mittelmeer" nach. Martin Guggisberg wird im Forschungsseminar den "Reichen Stil" untersuchen, also die griechische Kunst im Zeitalter des Peloponnesischen Kriegs.

Bettina Kreuzer aus Freiburg im Breisgau hat den auswärtigen Lehrauftrag erhalten und vertieft in einer Übung die Untersuchung und Präsentation von attischen Vasen im wissenschaftlichen Vortrag. Einem grundlegenden Problem widmet sich das Museumspraktikum. Andrea Bignasca und andere MitarbeiterInnen des Antikenmuseums Basel berichten und diskutieren über die "Herausforderungen einer Antikensammlung im Spannungsfeld zwischen Forschung und Öffentlichkeit". 

Den Lehrauftrag des Doktoratsprogramms übernimmt Melanie Wasmuth. Sie bietet ein Forschungsseminar zum Thema "Transkulturalitätsforschung: Kernbegriffe und Anwendungspotential für die Altertumswissenschaften" an.

Der altertumswissenschaftliche Lehrauftrag in den Religionswissenschaften wird von Katharina Waldner gehalten. Sie behandelt in einem Seminar "Tod – Bestattung – Postmortalität: Religionsgeschichtliche Konstruktionen".

Vorderasiatische Altertumswissenschaft

In diesem Semester bietet Bruno Jacobs nur zwei Lehrveranstaltungen an: Zum einen ein Seminar zur "Ausstattung assyrischer Paläste" und zum anderen eine Übung, die im Zusammenhang mit der 9. ICAANE Basel 2014 steht. Hier geht es darum, die Forschungsdiskussionen mit den Studierenden fortzusetzen.

Die Schlafende aus dem Hypogäum von Hal Saflieni, Malta

Lehrveranstaltungen im Herbstsemester 2014

Vorträge

Ergänzend zu den Lehrveranstaltungen organisiert die Klassische Archäologie zusammen mit der Vereinigung der Freunde Antiker Kunst Vorträge.

Programm HS14 [PDF (136 KB)]

Vorlesungen

Griechische Archäologie III: Hellenismus

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Mi 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 17.09.2014
Ort: Kollegienhaus Hörsaal 116
ECTS-Punkte: 2

Mit der Eroberung des Orients durch Alexander den Grossen zwischen 336 und 323 eröffnet sich der griechischen Welt eine neue, im wahrsten Sinne des Wortes globale Perspektive. Griechisches Kulturgut wird von den Völkern am Rande der griechischen Welt aufgenommen und adaptiert, umgekehrt dringen orientalische Einflüsse in das griechische Kernland. Das Ergebnis ist ein zumindest oberflächlich homogenes ?hellenistsches? Kulturgefüge, das sich von Sizilien bis an den Indus und vom Schwarzen Meer bis nach Ägypten erstreckt. Ihr zeitliches Ende erreicht die Epoche des Hellenismus 30 v. Chr. mit der Eroberung des letzten unabhängigen Königreiches, Ägyptens, durch die Römer. Politisch ist die Zeitstufe durch die Entstehung zahlreicher, miteinander konkurrierender Königreiche geprägt, begleitet von entsprechender herrscherlicher Selbstdarstellung im öffentlichen Raum, im Palast und im Grab. Stilistisch kennzeichnet das Interesse an barocken, pathetischen Ausdrucksformen die Kunst des Hellenismus. In der Vorlesung wird die Epoche anhand ausgewählter Beispielen der Architektur, Plastik, Mosaikkunst und Malerei sowie der Kleinkunst im Überblick dargestellt. Die Veranstaltung ist Teil eines einführenden Zyklus, der im Wechsel mit der römischen Epoche einen Überblick über die zentralen Denkmäler der griechisch-römischen Antike und ihre Bewertung in der aktuellen Forschung bietet.

Literatur:
J. J. Pollitt, Art in the Hellenistic Age (1986); J. Charbonneaux, Das hellenistische Griechenland, 350-50 v. Chr. (1988, franz. Originalausgabe 1971); P. C. Bol et al. (Hg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst 3. Die hellenistische Plastik (2007).

Kunst und Kultur Kleinasiens unter römischer Herrschaft

Dozent: Dr. Matthias Grawehr
Zeit: Do 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 18.09.2014
Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 115
ECTS-Punkte: 3

Erste Teile Kleinasiens werden 133 v. Chr. römische Provinz. Die Kultur Kleinasiens bleibt jedoch bis zur Kaiserzeit stark von der hellenistischen Tradition geprägt; ihre Verfassungen wie auch ihr Selbstverständnis als Träger und Bewahrer der griechischen Kultur retten die kleinasiatischen Städte in die Kaiserzeit hinüber. Kaum eine andere Region des römischen Reiches zeigt einen derartigen, kulturell eigenständigen Charakter zwischen römischer Norm und hellenistischer Tradition. In der Vorlesung werden anhand ausgesuchter Monumente Entwicklungsstufen der materiellen Kultur des römischen Kleinasien bis an den Beginn der späten Kaiserzeit vorgestellt, die den kulturellen Sonderweg Kleinasiens aufzeigen.

Literatur:
C. Berns et al. (Hrsg.), Patris und Imperium. Kulturelle und politische Identität in den Städten der römischen Provinzen Kleinasiens in der frühen Kaiserzeit (Leuven 2002); B. Burell, Neokoroi. Greek cities and Roman Emperors (Boston 2004); H. Halfmann, Städtebau und Bauherren im römischen Kleinasien. Ein Vergleich zwischen Pergamon und Ephesos (Tübingen 2001); D. Magie, Roman rule in Asia Minor to the end of the third century after Christ (Princeton 1950); Chr. Marek, Geschichte Kleinasiens in der Antike (München 2010); E. Winter, Staatliche Baupolitik und Baufürsorge in den römischen Provinzen des kaiserzeitlichen Kleinasien (Bonn 1996).

Proseminare

Einführung in die Römische Plastik

Dozent: MA Tobias Krapf
Zeit: Mo 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 22.09.2014
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Das Proseminar bietet einen Überblick über die römische Plastik von der späten Republik bis zu Konstantin d. Gr. Anhand einer Auswahl besonders bedeutender Werke werden alle wichtigen Gattungen wie bspw. Statuen, Porträts, Sarkophage, Kaiserreliefs und Kameen vorgestellt. Dabei geht es neben den Denkmälern selbst und deren Stilentwicklung auch um die Funktion und den Aufstellungskontext. Es werden nicht nur Einzelskulpturen, sondern auch ganze Ausstattungsprogramme im öffentlichen Raum und im Bereich der Villen besprochen. Dadurch können wichtige allgemeine Einblicke in die römische Kultur und deren Entwicklung gewonnen werden. Zentral wird vor allem das stadtrömische Kunstschaffen behandelt und nur seltener auch ein Blick über die Grenzen Italiens hinaus gewagt. 

Literatur:
EINFÜHRUNG: T. Hölscher, Klassische Archäologie. Grundwissen (Darmstadt 2002), v.a. 228-239 und 246-276; P. Schollmeyer, Römische Plastik. Eine Einführung (Darmstadt 2005); W. Wohlmayr, Die römische Kunst. Ein Handbuch (Mainz a.Rh. 2011); P. Zanker, Die römische Kunst (München 2007).
AUSFÜHRLICHERE WERKE: D. E. E. Kleiner, Roman sculpture (New Haven 1992); D. Kreikenbom / C. Maderna / J. Raeder / P. Schollmeyer / F. Sinn ? M. Söldner, Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst IV. Plastik der römischen Kaiserzeit bis zum Tode Kaiser Hadrians (Mainz a.Rh. 2010).
BASLER OBJEKTE: E. Berger (Hrsg.), Antike Kunstwerke aus der Sammlung Ludwig III. Skulpturen (Mainz a.Rh. 1990), 359-451; M. Schmidt, Der Basler Medeasarkophag. Ein Meisterwerk spätantoninischer Kunst (Tübingen 1968); E. van der Meijden ? A. Laschinger (Hrsg.), Augustus. Macht, Moral, Marketing vor 2000 Jahren. 20. August 2014 bis 1. Februar 2015 Ausstellung in der Skulpturhalle Basel (Basel 2014).

Eine detaillierte Literaturliste wird zu Beginn des Proseminars verteilt.

Polychromie für das Jenseits: Grabmalerei der klassischen und hellenistischen Zeit

Dozentin: Dr. des Camilla Colombi
Zeit: Di 08:15-10:00 Uhr

Beginn: 16.09.2014
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Die Malerei der klassischen und hellenistischen Epoche ist hauptsächlich als Grabmalerei erhalten geblieben. In der Veranstaltung soll eine Auswahl an bemalten Gräbern aus dem griechischen und grossgriechischen Raum sowie aus weiteren Regionen (Thrakien, Etrurien...) vorgestellt werden. Ebenfalls sollen übergreifende Fragen nach der Thematik, den Jenseitsvorstellungen, dem Stil und der Technik angegangen werden. Schwerpunkt bilden die makedonischen Gräber.

Literatur:
Eine Literaturliste wir am Anfang der Veranstaltung verteilt.

Seminar

Malta: Phönizier und Punier im zentralen und westlichen Mittelmeer

Dozenten: PD Dr. Othmar Jaeggi, Mag. Dirk Reichenecker
Zeit: Fr 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 19.09.2014
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Die Geschichte des 'klassischen' Malta steht noch heute im 'Schatten' der grossartigen Megalithkultur der Prähistorie des Archipels. Doch von der Präsenz der Phönizier / Punier und der Römer zeugen zahlreiche Hinterlassenschaften, die oft Orte und Bauten der Prähistorie wiederaufgreifen. So werden die beeindruckenden Megalith-Tempel weiterhin genutzt und für die eigenen kultischen Belange umgebaut. Auch die Siedlungen weisen eine lange Siedlungskontinuität aus. Erst die Nutzung der heute als 'Grand Harbour' bekannten Bucht als Hafen durch die Römer verändert diese Kontinuitäten etwas. Die Lehrveranstaltung zeichnet die Geschichte der phönizischen und römischen Epochen Maltas mit notwendigen Rückblicken auf die Prähistorie nach. Gleichzeitig wird Malta in den historischen Kontext der phönizisch-punischen und der aufstrebenden römischen Kultur gesetzt.

Literatur:
B. Bruno, Roman and Byzantine Malta. Trade and Economy (Malta, 2009)
S. Helas, D. Marzoli (Hrsg.), Phönizisches und punisches Städtewesen, Akten der internationalen Tagung in Rom vom 21. bis 23. Februar 2007, Iberia Archaeologica 13 (Mainz a.R. 2009);
A. Bonanno, Malta. Phoenician, Punic ans Roman (Malta, 2005);
A. Bonanno, Roman Malta. Malta Romana, The archaeological Heritage of the Maltese islands, (Rom, 1992);
D.Trump, Malta. An archaeological guide (London, 1972).

Forschungsseminar

Der Reiche Stil: griechische Kunst im Zeitalter des Peloponnesischen Krieges

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Fr 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 19.09.2014
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Das letzte Drittel des 5. Jahrhunderts v. Chr. ist geprägt vom Konflikt zwischen den beiden griechischen "Grossmächten" Sparta und Athen, der im sog. Peloponnesischen Krieg seinen historischen Niederschlag fand (431-404 v.Chr.). Der Krieg und der mit seinem Beginn zusammenfallende Ausbruch einer Pestepidemie haben das kulturelle Selbstverständnis vieler Griechen massgeblich geprägt und verändert, ein Wahrnehmungsprozess, der in der archäologischen Hinterlassenschaft der Epoche tiefgreifende Spuren hinterlassen hat. Dazu gehört die Ausbildung neuer stilistischer Ausdrucksformen in der Kunst ebenso wie veränderte Bedürfnisse in der Repräsentation des Einzelnen wie auch der Polisgemeinschaft als ganzes im Grab und im Kult. Ein gesellschaftlicher Wandel spiegelt sich auch im Rückbezug der Kunst auf Bildthemen der Familie, der Frauen und der Kinder. Im Rahmen des Seminars sollen die verschiedenen Facetten der Epoche kritisch ausgeleuchtet und vor dem Hintergrund der historischen und sozialen Veränderungen miteinander in Bezug gebracht werden. Athen und Attika werden dabei aufgrund der Quellenlage im Vordergrund stehen.

Literatur:
P. Palagia (Hg.), Art in Athens during the Peloponnesian war (Cambridge 2009); W.-D. Heilmeyer (Hg.), Die Griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit. Ausstellungskat. Berlin (2002). H. Knell, Mythos und Polis. Bildprogramme griechischer Bauskulptur (Darmstadt 1990).

Kolloquium

Aus laufenden archäologischen Forschungen

Dozierende: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg, Prof. Dr. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Mi 18:15-20:00 Uhr

Beginn: 01.10.2014
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsarbeiten von fortgeschrittenen Studierenden und Promovierenden sowie weiteren der Basler Archäologie verbundenen Kolleginnen und Kollegen der Klassischen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie vorgestellt und diskutiert (Masterarbeiten, Dissertationen, laufende Projekte). Studierende haben die Möglichkeit, sich durch die Moderation von Sitzungen und durch Kurzberichte zu den Referaten aktiv an der Gestaltung der interdisziplinären Veranstaltung zu beteiligen.

Programm HS14 [PDF (280 KB)] 

Übungen

Aug' in Aug' mit Amasis oder Psiax: Attische Vasen in Basel

Dozentin: Prof. Dr. Bettina Kreuzer
Zeit: Di 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 16.09.2014
Ort: Kollegienhaus, Seminarraum 211
ECTS-Punkte: 3

Anhand der Originale in Universität und Antikenmuseum geht es um die detaillierte Analyse von attischen Gefäßen der 2. Hälfte des 6. Jhs. Im Zentrum steht die genaue Erfassung aller Details, die die Grundlage bilden wird für die Einordnung nach Form und Stil, für Fragen nach dem Bildverständnis oder dem Weg des Gefäßes an sein letztliches Ziel und die mögliche Verwendung dort. Dafür braucht es eine genaue Beschreibung, die mit selbstgemachten Fotos in einer Bildpräsentation mit den daraus gewonnenen Ergebnissen vorzustellen ist, mit den möglichen Punkten technische Details (z. B. Vorzeichnungen), Form und Töpfer, Maler und Herstellungszeit, Bild und Komposition, Inschriften, Fundort.

Literatur:
Besonders wichtig: T. Schreiber, Athenian vase construction (Malibu 1999)
Einführend mit Lit.: Th. Mannack, Greek decorated pottery I: Athenian vase-painting, in: T. J. Smith - D. Plantzos (Hrsg.), A companion to Greek art I (Chichester 2012) 39-61; J. H. Oakley, The Greek vase (Malibu 2013)
Grundlegend: J. D. Beazley, The development of Attic black-figure (Berkeley 1951); M. Robertson, The art of vase-painting in classical Athens (Cambridge 1992); L. Giuliani, Bild und Mythos (München 2003)

 

Einführung in die altertumswissenschaftlichen elektronischen Medien

Dozent: lic. phil. Christoph Schneider
Zeit: Do 12:15-14:00 Uhr

Beginn: 18.09.2014
Ort: Universitätsbibliothek, Vortragssaal
ECTS-Punkte: 2

Die Altertumswissenschaften sind in den letzten Jahren durch die elektronischen Medien um ein Hilfsmittel bereichert worden. Die Übung soll einen Einblick in die Verwendung der Text- und bibliographischen Datenbanken aus dem Bestand der Universitätsbibliothek vermitteln. Im weiteren werden Suchstrategien im Internet und im Bibliothekssystem ALEPH erörtert.

Praktikum

Im Museum: Die Herausforderungen einer Antikensammlung im Spannungsfeld zwischen Forschung und Öffentlichkeit

Dozierende: Andrea Bignasca, Esau Dozio, Laurent Gorgerat, Tomas Lochman,
Hellebora van der Meijden Zanoni, André Wiese
Zeit: Mi 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 17.09.2014
Ort: Antikenmuseum Basel, Agora. Bitte Haupteingang benutzen.
Die Sitzung vom 8.10 findet in der Skulpturhalle Basel, Mittlere Strasse 17, statt.
ECTS-Punkte: 3

Die MitarbeiterInnen der verschiedenen Abteilungen des Antikenmuseums stellen ihre Arbeit dar (u. a. Geschichte der Sammlung; Inventarisation/Objektdokumentation, auch digital, Präsentation in der Sammlung/Magazinverwaltung, Leihgabenverkehr; Konservierung/Restaurierung/ Bildung und Vermittlung; Fotografie/Bildbearbeitung; Verwaltung/Personalwesen etc.). Die Bestände der Sammlung sind als originale Zeugnisse ein hervorragendes Anschauungsmaterial zu den antiken Kulturen des Mittelmeerraumes. Die Studierenden diskutieren gemeinsam mit den Museumsleuten über die Herausforderungen, die unsere Zeit an ein Museum mit dem vielfältigen Auftrag zu sammeln, zu forschen, auszustellen und zu vermitteln, stellt.

Literatur:
F. M. Müller (Hrsg.), Archäologische Universitätsmuseen und- Sammlungen im Spannungsfeld von Forschung, Lehre und Öffentlichkeit (2013)

Vorderasiatische Altertumswissenschaft

Vorderasiatisches Museum (Berlin). Orthostate (8.Jhdt. v.Chr.) aus Sam'al mit Darstellung von Hofbeamten. Foto: Wolfgang Sauber

Seminar: Die Ausstattung assyrischer Paläste

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Die Veranstaltungen finden voraussichtlich in der 43. und 51. Kalenderwoche statt.
ECTS-Punkte: 3

Im Mittelpunkt der Übung steht die Ausstattung der neuassyrischen Paläste mit Orthostatenreliefs, der am besten überlieferten und daher wichtigsten Gattung der assyrischen Kunst. Daneben geht es aber auch um Wandmalerei und Schmelzziegelreliefs, um Rundplastik und Orthostaten und um die Friese aus Bronzeblech, mit denen Türflügel beschlagen waren. Ihre stilistische Entwicklung wird ausführlich behandelt und vor allem der Inhalt der Darstellungen und die Funktion der Bildwerke im höfischen Kontext.

Literatur:
P. Matthiae, L'arte degli Assiri - Cultura e forma del relievo storico (Bari 1996); P. Matthiae, Ninive – Glanzvolle Hauptstadt Assyriens (München 1999); P. Collins, Assyrian Palace Sculptures (London 2008); C. Lippolis, The Sennacherib Wall Reliefs at Nineveh, Centro Ricerche Archeologiche e Scavi di Torino per il Medio Oriente e l?Asia ? Missione in Iraq V, Monografie die Mesopotamia XV (Florenz 2011)

Übung: ICAANE Basel 2014 - Neue Forschungen und Ausgrabungen im Vorderen Orient

Dozierende: Prof. Dr. Bruno Jacobs, Prof. Dr. Susanne Bickel, Prof. Dr. Jean-Marie Le Tensorer
Zeit: Die Veranstaltungen finden voraussichtlich in der 43. und 51. Kalenderwoche statt.
ECTS-Punkte: 3

Die 9. ICAANE (International Congress on the Archaeology of the Ancient Near East) bietet eine einzigartige Möglichkeit, aktuelle archäologische Forschungen im gesamten Gebiet Altvorderasiens kennenzulernen. Die Teilnehmer der Übung sollen jeweils Vorträge ihrer Wahl zusammenfassen und kommentieren. Zur Auswahl stehen Berichte über aktuelle Feldforschungen und zur Rekonstruktion antiker Ökosysteme, Untersuchungen zu kulturellen und politischen Kontakten zwischen Vorderasien und Ägypten, zur Vermittlung und Veränderung von durch Bilder beförderten Botschaften, zu Einfluss und Akzeptanz griechischer und römischer Kultur in Vorderasien von der Achämeniden- bis zur Sasanidenzeit und zu Wirkung und Nachleben antiker Objekte in der Antike selbst und bis in die Neuzeit.

Literatur:
Jack M. Sasson (Hrsg.), Civilizations of the Ancient Near East, Vol. I-IV (New York 1995); Eric M. Meyers (Hrsg.), The Oxford Encyclopedia of Archaeology in the Near East, Vol. I-V (New York / Oxford 1997); Ephraim Stern (Hrsg.), The New Encyclopedia of Archaeological Excavations in the Holy Land, Vol. 1-5 (Jerusalem 1993-2008)