Lehrveranstaltungen im HS15

Vorträge

Ergänzend zu den Lehrveranstaltungen organisiert die Klassische Archäologie zusammen mit der Vereinigung der Freunde Antiker Kunst Vorträge.

Programm [PDF (136 KB)]

Kolloquium

Aus laufenden archäologischen Forschungen

Dozierende: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg, Prof. Dr. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Mi 18:15-20:00 Uhr

Beginn: 23.09.2013
Ort: Rosshofgasse, (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsarbeiten von fortgeschrittenen Studierenden und Promovierenden sowie weiteren der Basler Archäologie verbundenen Kolleginnen und Kollegen der Klassischen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie vorgestellt und diskutiert (Masterarbeiten, Dissertationen, laufende Projekte). Studierende haben die Möglichkeit, sich durch die Moderation von Sitzungen und durch Kurzberichte zu den Referaten aktiv an der Gestaltung der interdisziplinären Veranstaltung zu beteiligen.

Programm [PDF (886 KB)]

Vorlesungen

Nordafrika in römischer Zeit

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Mi 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 16.09.2015
Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 117
ECTS-Punkte: 2

Als "Getreidekammer" Roms ist Nordafrika seit dem Sieg über Karthago 146 bis weit in die Spätantike zentraler Bestandteil des Imperium Romanum. Die dortigen Provinzen gehören zu den reichsten und kulturell vielfältigsten der römischen Welt. Zugleich sind viele Orte bis heute von Überbauung und anderen Zerstörungen bewahrt geblieben, so dass sich ein vielfältiges Bild von der einstigen römischen Lebenswelt gewinnen lässt. Städtische Zentren wie Leptis Magna, Timgad, Karthago oder Kyrene vermitteln zentrale Aspekte der öffentlichen Raumnutzung mit Heiligtümern, Platzanlagen, Vergnügungsbauten und Nutzarchitekturen. Aber auch der private Lebensraum ist anhand von reich ausgestatteten städtischen Wohnhäusern (Mosaiken) und ländlichen Villen so gut fassbar wie nur an wenigen anderen Orten. Mausoleen und Gräber, z.T. heute noch aufrecht stehend, vermitteln Informationen zur Grabkultur des antiken Nordafrika, das trotz starker römischer Überprägung seinen eigenständigen kulturellen Charakter nie ganz verloren hat. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die antiken Denkmäler des beschriebenen Raumes und stellt sie in den übergeordneten Zusammenhang römischer Lebenskultur. Sie ist als Einführung in einen Teilbereich der Klassischen Archäologie gedacht und richtet sich gleichermassen an beginnende wie fortgeschrittene Studierende.

Literatur:
F. Baratte, Die Römer in Tunesien und Libyen. Nordafrika in römischer Zeit (Darmstadt/Mainz 2012); Cl. Briand-Ponsart, Ch. Hugoniot, L'Afrique antique de l'Atlantique à la Tripolitaine 146 av. J.-C. - 533 ap. J.-C. (Paris 2005); K. Dunbabin, The Mosaics of Roman North Africa (Oxford 1978).

Hellenismus in der Levante

Dozent: Dr. Matthias Grawehr Sommerer
Zeit: Do 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 17.09.2015
Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 115
ECTS-Punkte: 2

Als Alexander der Grosse 333 v. Chr. bei Issos an der nördlichen Levanteküste die Heerscharen der Perser besiegte, sicherte er sich als erstes die reichen Küstenstädte, bevor er erst zwei Jahre später von Ägypten aus über Damaskus ins syrische und persische Binnenland vorstiess. Dies verdeutlicht die Bedeutung der jeweiligen Regionen: Die Levante war eine kulturelle Macht, während das Binnenland eine neue Bedeutung erst durch die zahlreichen Städtegründungen im Hellenismus erhielt. Diese Neugründungen und die neuen Perspektiven in einem 'globalisierten' Wirtschaftraum zeitigten einen gewaltigen Aufschwung in der Region. Die heterogene Zusammensetzung der Gesellschaft bedingte dabei regional stark unterschiedliche Entwicklungen und liess eine spannende neue Kultur entstehen, die diese Vorlesung in all ihren Facetten vor Augen führen will.

Literatur:
S. B. Murray, Hellenistic Architecture in Syria (Priceton 1917); A. Kuhrt ? S. Sherwin-White, Hellenism in the East. The Interaction of Greek and non-Greek Civilizations from Syria to Central Asia after Alexander (Berkeley 1987); D. Schlumberger, L'orient hellénisé : l'art grec et ses héritiers dans l'Asie non méditerranéenne (Paris 1970); M. Sartre, La Syrie hellénistique (Paris 2003).

Proseminar

Einführung in die Klassische Archäologie: Die griechische Epoche

Dozentin: Dr. Marianne Mathys
Zeit: Mo 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 21.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Das Proseminar dient der Einfühhrung in die Inhalte, Methoden und Terminologie des Fachs "Klassische Archäologie". In der Veranstaltung werden einerseits die Grundlagen der Chronologie, die Epochen der griechischen Antike und die Topographie des östlichen Mittelmeerraums behandelt. Andererseits werden die wichtigsten Denkmälergattungen (Architektur, Skulptur, Keramik, Malerei) und Fundplätze (Siedlungen, Heiligtümer, Gräber) anhand ausgewählter und aussagekräftiger Einzelbeispiele vorgestellt.

Literatur:
B. Bäbler, Archäologie und Chronologie (Darmstadt 2004); A. H. Borbein ? T. Hölscher ? P. Zanker (Hrsg.), Klassische Archäologie. Eine Einführung (Berlin 2000); R. T. Neer, Kunst und Archäologie der griechischen Welt (Darmstadt 2013); T. Hölscher (Hrsg.), Klassische Archäologie. Eine Einführung (Darmstadt 2002); T. Hölscher, Die griechische Kunst (München 2007)

Die politischen Monumente des Hellenismus

Dozent: MA Simeon Tzonev
Zeit: Mi 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 16.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 181
ECTS-Punkte: 3

Der Eroberungszug Alexander des Großen führte zu einer kompletten Neuordnung des östlichen Mittelmeerraumes, bei der die großen hellenistischen Monarchien, die aus der Masse des Alexanderreiches entstanden, aber auch eine Reihe von griechischen ?Mittelmächten?, sowie seit dem 2. Jh. v. Chr. die nach Osten expandierenden Römer um die Vorherrschaft rangen. Das Proseminar bietet einen Überblick über die politischen Denkmäler des Hellenismus, wobei die verschiedenen Formen politischer Repräsentation, die Themen und Mittel zur Legitimierung von Herrschaft und die Ehrungen und Stiftungen der Mächtigen dieser Zeit besprochen werden. Dabei soll einerseits untersucht werden, auf welche Weise die verschiedenen Machthaber sich voneinander abzusetzen oder zu überbieten versuchten, andererseits soll beleuchtet werden welche Neuerungen die politischen Umwälzungen der hellenistischen Zeit in die Repräsentationskunst brachten.

Literatur:
H.-J. Gehrke, Der siegreiche König. Überlegungen zur hellenistischen Monarchie, Archiv für Kulturgeschichte 64, 1982, 247-277; T. Hölscher, Die griechische Kunst (München 2007) 95-124; A Stewart, Art in the Hellenistic World. An Introduction (New York 2014) 26-104; B. Hintzen-Bohlen, Herrscherrepräsentation im Hellenismus: Untersuchungen zu Weigeschenken, Stiftungen und Ehrenmonumenten in den mutterländischen Heiligtümern Delphi, Olympia, Delos und Dodona (Köln 1992); H.-J. Schalles, Untersuchungen zur Kulturpolitik der Pergamenischen Herrscher im Dritten Jahrhundert vor Christus, Istanbuler Forschungen 36 (Tübingen 1985); R.R.R. Smith, Hellenistic Royal Portraits (Oxford 1988).

Seminar

Kulte und Heiligtümer in der Magna Graecia

Dozent: Prof. Dr. Martin A. Guggisberg
Zeit: Fr 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 18.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 181
ECTS-Punkte: 3

Wie im griechischen Mutterland sind Kulte im kolonial-griechischen Raum von konstituierender Bedeutung für das Selbstverständnis der griechischen Poleis; ja stärker noch als in den Herkunftsgebieten dienen sie zur Manifestation der eigenen Identität und zur Abgrenzung vom kulturell Anderen, den einheimischen Kulturen. Heiligtümer entstehen im politischen Zentrum der Poleis und an den Grenzen ihrer jeweiligen Chora. Unter den Kulten spielen solche für weibliche Gottheiten eine massgebliche Rolle, Demeter, Hera und Artemis u.a, wobei in vielen Fällen neben der griechischen auch lokale bzw. einheimische Komponenten mitschwingen. Im Rahmen des Seminars soll an ausgewählten Beispielen der Frage nach den religiösen Spezifika des kolonialen Kultes und seiner materiellen Manifestation in Bauten und Votiven der archaischen und klassischen Zeit nachgegangen werden.

Literatur:
V. Hinz, Der Kult von Demeter und Kore auf Sizilien und in der Magna Graecia (Wiesbaden 1998); D. Mertens, Städte und Bauten der Westgriechen (München 2006); F. de Polignac, La naissance de la cité grecque 2(Paris 1995); F. Graf, Culti e credenze religiose della Magan Grecia, in: Megale Hellas, nome e immagine, XXI convegno di studi della Magna Grecia (1982) 157-185.

Übungen

Die ägäische Bronzezeit

Dozent: PD Dr. Othmar Jaeggi
Zeit: Fr 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 18.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 181
ECTS-Punkte: 3

In der Bronzezeit, besonders im 2. Jahrtausend v. Chr., entwickelten sich auf dem griechischen Festland und auf den Inseln der Ägäis kulturelle Zentren, die unter einander, zur Levante, zu Zypern und zu Ägypten intensive kommerzielle und kulturelle Kontakte pflegten. Die Übung fokussiert die mykenische, die minoische und die kykladische Kultur und den kulturellen Austausch im östlichen Mittelmeer.

Literatur:
Bryan E. Burns, Mycenaean Greece, Mediterranean commerce, and the formation of identity (Cambridge, 2010); Eric H. Cline (Hrsg.), The Oxford Handbook of the Bronze Age Aegean (ca. 3000-1000 BC) (Oxford University Press, 2010); Bryan Feuer, Mycenaean civilization: an annotated bibliography through 2002 (N.C., 2004);
J. L. Fitton, The Discovery of the Greek Bronze Age (1995); Christos G. Doumas, Die Frühgeschichte der Ägäis im Licht der aktuellsten archäologischen Funde von Akrotiri, Thera (Athen, 2008); Mercourios Georgiadis, The South-eastern Aegean in the Mycenaean period: islands, landscape, death and ancestors (Oxford, 2003); E. Hallager, C.F. Macdonald and W-D Niemeier (Hrsg.), Minoans in the Central, Eastern and Northern Aegean: new evidence: Acts of a Minoan Seminar 22-23 January 2005 in collaboration with the Danish Institute at Athens and the German Archaeological Institute at Athens (2007); Jorrit M. Kelder, The kingdom of Mycenae: a great kingdom in the late Bronze Age Aegean (2010); Tobias Mühlenbruch, Die Synchronisierung der nördlichen Levante und Kilikiens mit der ägäischen Spätbronzezeit (Wien 2009); Louise Schofield, Mykene: Geschichte und Mythos (Philipp von Zabern, 2009).

Einführung in die altertumswissenschaftlichen elektronischen Medien

Dozent: lic.phl. Christoph Schneider
Zeit: Do 12:15-14:00 Uhr

Beginn: 17.09.2015
Ort: Universitätsbibliothek, Vortragssaal 118
ECTS-Punkte: 2

Die Altertumswissenschaften sind in den letzten Jahren durch die elektronischen Medien um ein Hilfsmittel bereichert worden. Die Übung soll einen Einblick in die Verwendung der Text- und bibliographischen Datenbanken aus dem Bestand der Universitätsbibliothek vermitteln. Im weiteren werden Suchstrategien im Internet und im Bibliothekssystem ALEPH erörtert.

VORDERASIATISCHE ALTERTUMSWISSENSCHAFT

Seminar

 Seminar: Achämenidische Bildkunst und Inschriften - Inhalte, Konzepte, Zielgruppen

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Blockveranstaltung nach Vereinbarung
ECTS-Punkte: 3

Die achämenidische Bildkunst und die Achämenideninschriften werden gemeinhin allzu bereitwillig als wesentliches Kommunikationsmittel innerhalb des Achämenidenreichs gewertet. Dazu sind beide Medien aber sowohl auf Grund ihrer geringen inhaltlichen Dichte als auch ihrer begrenzten Zugänglichkeit und ? daraus resultierend ? begrenzten Wahrnehmbarkeit nicht geeignet. Mit dieser Erkenntnis verbinden sich zahlreiche Fragen nach Sinn und Zweck der Herstellung von Bildwerken und Inschriften und nach den Zielgruppen dessen, was sie vermitteln.

Literatur:
M. C. Root, The King and Kingship in Achaemenid Art ? Essays on the Creation of an Iconography of Empire, Acta Iranica 19 (Leiden 1979); B. Jacobs, Achämenidische Kunst ? Kunst im Achämenidenreich. Zur Rolle der achämenidischen Großplastik als Mittel der herrscherlichen Selbstdarstellung und der Verbreitung politischer Botschaften im Reich, Archäologische Mitteilungen aus Iran und Turan 34 (2002) 345-395; ders., Sprachen, die der König spricht. Zum ideologischen Hintergrund der Mehrsprachigkeit der Achämenideninschriften, in: R. Rollinger et al. (Hrsg.), Altertum und Gegenwart, Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft ? Neue Folge 4 (Innsbruck 2012) 95-130

Übung

Orthostaten und Stelen aus den späthethitisch-nordsyrischen Kleinfürstentümern

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Blockveranstaltung nach Vereinbarung
ECTS-Punkte: 3

Nach der politischen Krise der zweiten Hälfte des 12. und des frühen 11. Jh. v. Chr. entwickelt sich in Südanatolien und Nordsyrien eine ganze Anzahl von Kleinfürstentümern. Während in Karkemisch kulturell und politisch wohl eine ungebrochene Tradition aus der hethitischen Großreichszeit zu beobachten ist, entstehen andere Zentren neu. Sie geraten in den folgenden Jahrhunderten unter die Kontrolle des neuassyrischen Reiches und unter kulturellen Einfluss Assyriens. Diese Vorgänge prägen die Entwicklung der jeweiligen lokalen Bildkunst, schlagen sich aber auch in den Inschriften nieder, die die Bildwerke bisweilen begleiten. Die Bildwerke werden deshalb als Zeugnisse der jeweiligen Lokalgeschichte eingeordnet und interpretiert.

Literatur:
W. Orthmann, Untersuchungen zur späthethitischen Kunst : Saarbrücker Beiträge zur Altertumskunde 8 (Bonn 1971); D. Bonatz, Das syro-hethitische Grabdenkmal ? Untersuchungen zur Entstehung einer neuen Bildgattung in der Eisenzeit im nordsyrisch-südanatolischen Raum (Mainz 2000).