Lehrveranstaltungen im HS16

Vorträge

Ergänzend zu den Lehrveranstaltungen organisiert die Klassische Archäologie zusammen mit der Vereinigung der Freunde Antiker Kunst Vorträge.

Programm folt

Kolloquium

Aus laufenden archäologischen Forschungen

Dozierende: Prof. Dr. Peter-Andrew Schwarz, Dr. Danielle Wieland-Leibundgut
Zeit: Mi 18:15-20:00 Uhr

Beginn: 21.09.2016
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsarbeiten von fortgeschrittenen Studierenden und Promovierenden sowie weiteren der Basler Archäologie verbundenen Kolleginnen und Kollegen der Klassischen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie vorgestellt und diskutiert (Masterarbeiten, Dissertationen, laufende Projekte). Studierende haben die Möglichkeit, sich mit der Moderation von Sitzungen und mit Kurzberichten zu den Referaten aktiv an der Gestaltung der interdisziplinären Veranstaltung zu beteiligen.

Programm [PDF (123 KB)]

Ringvorlesung

Grenzenlos grausam? Fakten und Fiktionen antiker Gewalt

Dozierende: Prof. Susanne Bickel, Dr. Hans-Hubertus Münch und GastreferentInnen
Zeit: Do 18.15-20.00 Uhr
Beginn: 21.09.2016
Ort: Am 21.9. findet im Rosshof, Tagungsraum 306 um 17 Uhr, eine Vorbereitungsitzung statt; die Vorträge in der Skultpurhalle; am 15.12. ein weiterer Vortrag im Kollegienhaus (HS 102).
ECTS-Punkte: 2

Gewalt und die mit ihr einhergehenden Grausamkeiten scheinen (leider) zu den anthropologischen Konstanten der Menschheitsgeschichte zu gehören. Die Formen und der Umfang von Gewalt und Grausamkeit unterscheiden sich allerdings in Abhängigkeit von sozialem und zeitlichem Kontext, genauso wie deren materielle und immaterielle Repräsentationen. Diese Differenzen anhand verschiedener Kulturen des Altertums zu verdeutlichen, ist das Ziel der Ringvorlesung. Im Fokus der Vorträge werden allerdings nicht primär die konkreten Akte der Gewalt und Grausamkeit stehen als vielmehr die Frage, wie diese Gewalt und Grausamkeit sowohl von den jeweiligen Zeitgenossen als auch von den Altertumswissenschaften wahrgenommen und gedeutet worden ist und welche Schlüsse sich daraus für ‚deren‘ als auch ‚unseren‘ Umgang mit dem Thema ziehen lassen. Die Ringvorlesung ist eine Zusatzveranstaltung des Departements Altertumswissenschaften zur Ausstellung „Grenzenlos Grausam? Bilder der Gewalt in der Antiken Welt“ in der Skulptuenhalle Basel.(02.09.2016-29.01.2017).

Literatur:
Baberowski, Jörg 2015. Räume der Gewalt. Fischer Geschichte. Frankfurt a. Main: Fischer.
Muth, Susanne 2008. Gewalt im Bild. Das Phänomen der medialen Gewalt im Athen des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. Image & Context 1. Berlin: De Gruyter.
Zimmermann, Martin (Hrsg.) 2009. Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums. Münchner Studien zur Alten Welt.

Flyer Ausstellung [PDF (1.2 MB)]
Vortragsprogramm [PDF (404 KB)]

Vorlesungen

Die antiken Porträts - Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung

Dozent: PD Dr. Othmar Jaeggi
Zeit: Mi 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 21.09.2016
Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 114
ECTS-Punkte: 2

Was sind eigentlich Porträts? Wie sind antike Porträts zu definieren, was genau stellen sie dar und wie unterscheiden sie sich von modernen Bildnissen? Neben der Besprechung dieser Fragen möchte die Vorlesung einen Überblick über die Entwicklung der antiken Porträts und eine kritische Diskussion der kontroversen Forschungsgeschichte in der Archäologie und der Kunstgeschichte liefern.

Literatur:
S. Dillon, The female portrait statue in the Greek world (2010);
O. Jaeggi, Die griechischen Porträts. Antike Repräsentation – moderne Projektion (2008);
S. Dillon, Ancient Greek portrait sculpture: contexts, subjects, and styles (2006);
R. von den Hoff, Philosophenporträts des Früh- und Hochhellenismus (1994);
K. Fittschen, Griechische Porträts (1988);
G. M. A. Richter, The Portraits of the Greeks (1965).

Proseminar

Einführung in die Klassische Archäologie: die griechische Epoche

Dozent: MA Simeon Tzonev
Zeit: Mo 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 26.09.2016
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 3

Das Proseminar soll die Grundlagen für das Studium der griechischen Kultur anhand ihrer materiellen Zeugnisse sowie einen Überblick über die dafür relevanten Fragen und Vorgehensweisen vermitteln. Behandelt werden die historische Topographie Griechenlands und des hellenistischen Ostens und die wichtigsten Material-und Denkmälergattungen (Keramik, Plastik, Portrait, Architektur, Urbanistik, Malerei etc.) der griechischen Antike.

Literatur:
T. Hölscher, Die unheimliche Klassik der Griechen, Thyssen-Vorträge: Auseinandersetzungen mit der Antike 8 (Bamberg 1989); P. Cartledge (Hrsg.), Kulturgeschichte Griechenlands in der Antike (Stuttgart 2000); T. Hölscher, Klassische Archäologie. Grundwissen² (Darmstadt 2006); T. Hölscher, Die griechische Kunst (München 2007); R. T. Neer, Kunst und Archäologie der griechischen Welt. Von den Anfängen bis zum Hellenismus (Darmstadt 2013)

Griechische Plastik in der Skulpturhalle

Dozent: PD Dr. Othmar Jaeggi
Zeit: Mi 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 21.09.2016
Ort: Skulpturhalle
ECTS-Punkte: 3

Im gemeinsamen Gespräch werden ausgewählte rundplastische Werke griechischer Plastik (pro Sitzung höchstens zwei Skulpturen) ausführlich betrachtet und analysiert. Ziel ist es, sehen zu ‚lernen’ und die Beobachtung zu strukturieren. Zudem werden aktuelle oder auch schon etwas ältere Probleme der Datierung, Interpretation und Rezeption behandelt. Die Veranstaltung soll einen Überblick über die wichtigsten Etappen der Entwicklung griechischer Plastik vermitteln.

Literatur:
P. C. Bol (u.a.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst I. Frühgriechische Plastik (2002);
P. C. Bol (u.a.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst II. Klassische Plastik (2004); M. Flashar (u.a.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst III. Hellenistische Plastik (2007);
V. Barlou, Die archaische Bildhauerkunst von Paros: Untersuchungen zur stilistischen Entwicklung der anthropomorphen Rundplastik (2014);
R. R. R. Smith, Hellenistic Sculpture. A Handbook (1991).

Seminar

Opfer und Geschenke für die Götter

Dozentin: PD Dr. Rita Gautschy
Zeit: Fr 10:15-12:00 Uhr

Beginn: 23.09.2016
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 181
ECTS-Punkte: 3

Votivgaben und Opfer für die Götter waren die beiden Wege auf denen die Leute in der Antike das Wohlwollen der Götter zu gewinnen versuchten. Opfer hatten den Zweck, die angeflehten Gottheiten auf den betenden Menschen aufmerksam zu machen. Dieser erbat im Gegenzug oft eine Reaktion von der Gottheit. Während Opfergaben häufig als Rauch zu den Göttern aufstiegen, verblieben Votivgaben sichtbar in den Heiligtümern. Die Spender rühmten sich auf den Votivgaben gerne ihrer Errungenschaften, sodass es sich um Geschenke besonderer Art handelt: der Geber profitierte vom Geschenk ebenso wie der Empfänger.

In diesem Seminar sollen Opferpraktiken und Votivgaben aus Griechenland, Etrurien, Italien, Israel/Palästina und Ägypten untersucht, beschrieben und verglichen werden. Die Grundlage bilden die in der Datenbank des Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC) und Thesaurus Cultus et Rituum Antiquorum (ThesCRA) vorhandenen Objekte.

Literatur:
- H. S. Versnel, Faith, hope and worship. aspects of religious mentality in the ancient world (Leiden 1981)
- T. Linders & G. Nordquist, Gifts to the Gods. Proceedings of the Uppsala Symposium 1985 (Uppsala 1987)
- Thesaurus Cultus et Rituum Antiquorum Vol. I (Los Angeles 2004)

Übungen

Einführung in die altertumswissenschaftlichen elektronischen Medien

Dozent: lic.phil. Christoph Schneider
Zeit: Do 12:15-14:00 Uhr

Beginn: 22.09.2016
Ort: Universitätsbibliothek, Vortragssaal 118
ECTS-Punkte: 2

Die Altertumswissenschaften sind in den letzten Jahren durch die elektronischen Medien um ein Hilfsmittel bereichert worden. Die Übung soll einen Einblick in die Verwendung der Text- und bibliographischen Datenbanken aus dem Bestand der Universitätsbibliothek vermitteln. Im weiteren werden Suchstrategien im Internet und im Bibliothekssystem ALEPH erörtert.

Tod, Trauer und Trost: Zum Umgang mit dem Sterben in der Antike

Dozierende: lic.phil. Jakob Baerlocher, MA Marta Imbach
Zeit: Fr 08:15-10:00 Uhr

Beginn: 30.09.2016
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Der Tod als Zäsur und immanenter Sinn des Lebens im Sinne der heideggerschen Definition des Menschen als ein „Sein zum Tode“ ist Thema dieser Übung. Anhand ausgewählter Befunde, Monumente und Texte werden die kulturellen Techniken der griechisch-römischen Antike zum Umgang mit dem Tod thematisiert. Behandelt wird die antike ars moriendi - die Kunst des Umgangs mit dem Tod. Dabei sollen im speziellen die Riten und Handlungen beleuchtet werden, die das Sterben und den Tod begleiteten und auf diese Weise den Schrecken kontrollierten bzw. kanalisierten. Des Weiteren werden die mannigfaltigen Erscheinungen der Trauer der Hinterbliebenen sowie die Rekonstruktion von deren ritualisierten Bewältigungsmechanismen beleuchtet.

Literatur:
D. Graen (Hrsg.), Tod und Sterben in der Antike (Stuttgart 2011)
J. Rüpke - J. Scheid (Hrsg.), Bestattungsrituale und Totenkult in der römischen Kaiserzeit (Stuttgart 2010)

Geografische Informationssysteme in der Archäologie

Dozierende: lic.phil. Urs Brombach, Dr. Claudia Gerling, Dr. Martin Mainberger
Zeit: 09:00-17:00 Uhr
Beginn: 9.-13. Januar 2017
Ort: Pharmazentrum, Computerraum Kiwi
ECTS-Punkte: 3

Für Doktorierende und Masterstudierende altertumswissenschaftlicher Fächer. Erfolgreicher Abschluss der Veranstaltung "Computeranwendungen in der Archäologie" oder andere adäquate Computerkenntnisse notwendig (weitere Infos folgen).

Alle Informationen zur Veranstaltung werden über ADAM vermittelt, bitte möglichst rasch belegen.

VORDERASIATISCHE ALTERTUMSWISSENSCHAFT

Seminar

Das Festungsarchiv von Persepolis – Politik, Kultur und Religion im achämenidischen Kernland im Licht der Dokumente seiner Verwaltung

Dozent: Prof. Dr. Bruno Jacobs
Zeit: Mo 14.15-16.00, 14-täglich
Beginn: 29.02.2016
Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 1

Seit dem letzten Drittel des 10. Jh. v. Chr. gelingt es assyrischen Herrschern zunächst, im Zuge der Aramäerwanderungen verlorene Territorien wiederzugewinnen und in der Folge ein Reich zu entwickeln, das zwischen Ägypten, dem Iranischen Hochland und Anatolien die politischen Rahmenbedingungen für die dort lebende Bevölkerung schafft. Die historischen Abläufe bis zum 7. Jh. v. Chr. und die archäologische Überlieferung aus jenem Zeitraum sind Gegenstand der Vorlesung.

Literatur:
A. Kuhrt, The Ancient Near East c. 3000–330 BC (London 1995); P. Matthiae, L’arte degli Assiri – Cultura e forma del relievo storico (Bari 1996).

Seminar

Hof und Gesellschaft im Achämenidenreich 

Dozenten: Prof. Bruno Jacobs, Prof. Dr. Wouter F. M. Henkelman
Blockveranstaltung >> Informationsflyer
 [PDF (6.3 MB)]Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 3

Erkenntnisse zur politischen, zur Kultur-, Religions- und Wirtschaftsgeschichte des Achämenidenreichs müssen aus einem „mosaic of sources“ gewonnen werden. Unter den Steinen dieses Mosaiks haben die klassischen Quellen in den vergangenen Jahrzehnten durch neue quellenkritische Methoden die ihnen einst zugebilligte absolute Vorrangstellung eingebüßt. Insbesondere das Festungsarchiv aus Persepolis (Persepolis Fortification Archive) hat sich inzwischen zu einer zentralen Quelle entwickelt. Bei den auf Elamisch und Aramäisch beschrifteten Tontafeln handelt es sich zwar eigentlich „nur“ um eine regionales Wirtschaftsarchiv, doch bietet es Einblicke in zahlreiche andere Bereiche, darunter die Königliche Hofhaltung, den Aufbau der Verwaltung, das Steuerwesen, den Einsatz und die Verschickung von Arbeitern, die Stellung der Frau, Religion, Ackerbau und Viehzucht, Straßen und Vernetzung innerhalb des Reiches, und sogar das persische Selbstverständnis. Damit ist seine Kenntnis für die neuere Achämenidenforschung zu einer unabdingbaren Voraussetzung geworden.

Literatur:
1. W.F.M. Henkelman, The Other Gods Who Are. Studies in Elamite-Iranian Acculturation Based on the Persepolis Fortification Texts (Achaemenid History XIV), Leiden 2008, Kapitel 2.
2. A. Kuhrt 2007, The Persian Empire: A Corpus of Sources from the Achaemenid Period, 2 vols., London, 763-825.
3. W.F.M. Henkelman, Administrative realities: The Persepolis Archives and the archaeology of the Achaemenid heartland, in: D.T. Potts (ed.), The Oxford Handbook of Ancient Iran, Oxford 2013: 528-46.

Übung

Einführung in das (Spät-)Elamische – Die Entwicklung der Sprache von Untaš-Napiriša bis zu Xerxes I

Dozent: Prof. Dr. Wouter F. M. Henkelman
Blockveranstaltung >> Informationsflyer
 [PDF (6.3 MB)]Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 3

Die elamische Sprache wird traditionell entweder auf der ‘klassischen’ mittel-elamischen (1500-1000 v. Chr.) oder auf der jüngeren, persisch-elamischen Stufe (ab 520 v. Chr.) unterrichtet. Beide Herangehensweisen haben ihre Vor- und Nachteile. So soll in der Übung die Entwicklung der elamischen Sprache dargestellt werden, indem zunächst mittelelamische Inschriften gelesen werden (Zeit des Untaš-Napiriša), dann aber vor allem Inschriften von Dareios I. und seinen Nachfolgern und Verwaltungstexte aus Persepolis. Mit der Kenntnis des Elamischen der jüngeren, achämenidenzeitlichen Stufe gewinnt man einen Zugang zu den Archiven aus der Festungsmauer und dem Schatzhaus in Persepolis, die mehr und mehr zu Kerncorpora der Achämenidenforschung geworden sind. Mit dem Studium der letztgenannten Texte schließt die Übung an das Seminar „Das Festungsarchiv von Persepolis“ an.

Literatur:
1. M.W. Stolper, Elamite, in: R.D. Woodard (ed.), The Cambridge Encyclopedia of the World’s Ancient Languages, Cambridge 2004: 60-94.
2. M. Krebernik, Elamisch, in: M.P. Streck (ed.), Sprachen des Alten Orients, Darmstadt 2005, 158-82.
3. M. Khacikjan, The Elamite Language (Documenta Asiana 4), Roma 1998.
4. E. Reiner, The Elamite Language, in: Altkleinasiatische Sprachen (HdO 1.2.1-2.2), Leiden 1969, 54-118.
5. D.T. Potts, Elamite Temple-Building, in From the Foundations tot he Crenellations, in: M.J. Boda & J. Novotny, J. (eds.), Essays on the Temple Building in the Ancient Near East and Hebrew Bible, Münster 2010: 49–70.